11. Mai 2008 12:22
Die Bahn will bis zu 30 neue Tochtergesellschaften gründen. Der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Schienenverkehr Heimlich warnt die Bahn davor, über diesen Weg Lohn-Dumping zu betreiben.
Im gültigen Tarifvertrag sei vereinbart, dass die DB AG kein Outsourcing mit dem Ziel der Tarifflucht betreiben dürfe. Hansen berichtete, dass er bei der letzten Aufsichtsratssitzung die Zusage erhalten habe, «dass in den neuen Tochtergesellschaften keine Tarif- und Arbeitsbedingungen eingeführt werden ohne das Einvernehmen mit den Tarifpartnern und Betriebsräten». Laut «Bams» fasste der Konzernvorstand am 12. Februar den Beschluss: «Der Gründung von bis zu 30 Tochtergesellschaften der DB Regio AG wird zugestimmt.» Vorbild für die Ausgründungen solle der Regionalableger «DB Heidekraut GmbH» sein, mit dem der Konzern private Konkurrenten unterbot und die Ausschreibung für den Regionalexpress Aachen-Siegen gewann.
Die Heidekrautbahn fällt nicht unter den Tarifvertrag der Bahn. Der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Schienenverkehr, Stefan Heimlich, äußerte Zweifel an Hansens Ankündigungen: «Tarifliche Zusagen der DB sind nicht immer besonders viel wert.» Verdi habe die Erfahrung machen müssen, dass Regionaltöchter wie die Heidekrautbahn zum Zweck der Lohndrückerei gegründet worden seien. «Das ist eine Schweinerei, wenn ein öffentliches Unternehmen Wettbewerb ausschließlich über die Lohnkosten austragen will. Ich warne die Bahn ausdrücklich davor, diesen Weg des Lohndumping wie bei der Heidekrautbahn weiterzugehen», sagte Heimlich.