09. Mai 2008 08:07
Die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden wiegen schwer. Er bestreitet sie nach wie vor, aber das Kontrollgremium plant einem Bericht zufolge, nun gegen ihn vorzugehen.
Die Staatsanwaltschaft werde voraussichtlich am Freitag bekanntgeben, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen von Pierer eröffne. Die Behörde hat für den Mittag eine Erklärung angekündigt. Bis Donnerstagabend war laut Justizkreisen noch keine Entscheidung gefallen. Bisher ermittelt die Behörde gegen 270 Beschuldigte. In Aufsichtsratskreisen wurde laut «Handelsblatt» betont, dass das Unternehmen Schadensersatz einfordern muss, sobald Aussichten dafür bestehen. Andernfalls würden die Kontrolleure selbst ihre Pflichten verletzen. Derzeit überprüft eine der führenden deutschen Kanzleien, Heinerle Müller, im Auftrag von Siemens die Sachverhalte.
Der oberste Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Andreas Pohlmann, hatte bereits angekündigt, Siemens bereite Schadensersatzklagen vor; konkrete Namen nannte der Konzern bislang aber keine. Zwei Siemens-Manager hatten schwere Beschuldigungen gegen von Pierer erhoben. Der frühere Vorstandschef bestreitet jede Verwicklung in die Affäre. (dpa-AFX)