09.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Daumen seiner ehemaligen Kollegen zeigen eher nach unten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden wiegen schwer. Er bestreitet sie nach wie vor, aber das Kontrollgremium plant einem Bericht zufolge, nun gegen ihn vorzugehen.
In der Siemens-Schmiergeldaffäre muss der Ex- Vorstandsvorsitzende und langjährige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer einem Bericht des «Handelsblatts» zufolge mit Konsequenzen vonseiten des Unternehmens rechnen. Dem Siemens-Aufsichtsrat seien mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen von Pierer nicht ordnungsgemäß gehandelt und seine Pflichten damit verletzt habe, erfuhr die Zeitung nach eigenen Angaben aus Kreisen des Kontrollgremiums.
Die Staatsanwaltschaft werde voraussichtlich am Freitag bekanntgeben, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen von Pierer eröffne. Die Behörde hat für den Mittag eine Erklärung angekündigt. Bis Donnerstagabend war laut Justizkreisen noch keine Entscheidung gefallen. Bisher ermittelt die Behörde gegen 270 Beschuldigte.
In Aufsichtsratskreisen wurde laut «Handelsblatt» betont, dass das Unternehmen Schadensersatz einfordern muss, sobald Aussichten dafür bestehen. Andernfalls würden die Kontrolleure selbst ihre Pflichten verletzen. Derzeit überprüft eine der führenden deutschen Kanzleien, Heinerle Müller, im Auftrag von Siemens die Sachverhalte.
Der oberste Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Andreas Pohlmann, hatte bereits angekündigt, Siemens bereite Schadensersatzklagen vor; konkrete Namen nannte der Konzern bislang aber keine. Zwei Siemens-Manager hatten schwere Beschuldigungen gegen von Pierer erhoben. Der frühere Vorstandschef bestreitet jede Verwicklung in die Affäre. (dpa-AFX)