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Deutsche Bahn lockt Gewerkschaftler: 

Transnet-Chef Hansen wechselt die Seiten

08. Mai 2008 13:06
Norbert Hansen arbeitet wohl bald fürs DB-Management
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Während der GDL-Vorsitzende Schell in den Tarifverhandlungen immer für Krawall sorgte, war bei der Verkehrsgewerkschaft eine gemäßigte Stimme zu vernehmen. Sie gehörte Norbert Hansen. Der tritt jetzt in die Dienste der Bahn.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, will ins Management der Deutschen Bahn wechseln. Er habe seine Bereitschaft erklärt, als Arbeitsdirektor des Unternehmens zur Verfügung zu stehen, teilte Hansen am Donnerstag in Berlin mit. Hansen erklärte zugleich seinen Rücktritt als Vorsitzender von Transnet. Der geplante Schritt sei «eine weitere Garantie für den integrierten Konzern und für die Sicherung der Beschäftigung». Die Bahn äußerte sich auf Anfrage nicht. Der Aufsichtsrat des bislang bundeseigenen Konzerns kommt am Donnerstag nächster Woche zusammen, um den geplanten Börsengang in die Wege zu leiten.

«Ich bin vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG und aus Kreisen der Politik gefragt worden, ob ich als Arbeitsdirektor zur Verfügung stehen würde.» Dazu sei er bereit, berichtete Hansen. Der Transnet-Vorstand habe seine Entscheidung begrüßt und werde die Ernennung durch den Aufsichtsrat unterstützen. An diesem Freitag sollen die Spitzengremien der Gewerkschaft über die Nachfolge Hansens beraten.

Unklar war vorerst, ob Hansen bei einem Wechsel für den Bahn- Mutterkonzern oder für die noch zu bildende neue Gesellschaft für den Personen- und Güterverkehr tätig werden soll. Diese soll zu 24,9 Prozent an private Investoren verkauft werden, wie die große Koalition beschlossen hatte. Personalvorstand im Konzern ist derzeit Margret Suckale.

Gewerkschaftler-Wechsel sind selten

Erst kürzlich hatten Hansen und der Chef der Gewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, vom Bahnvorstand die Zusage erhalten, dass es in Zusammenhang mit der Privatisierung bis Ende 2023 keine Entlassungen geben wird. Hansen ist bisher auch stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats, der von Evonik-Chef Werner Müller geleitet wird.

Direkte Wechsel führender Gewerkschafter in Chefetagen der deutschen Wirtschaft sind selten. Im Jahr 2001 war der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Herbert Mai, als Arbeitsdirektor zum größten deutschen Flughafenkonzern Fraport in Frankfurt gegangen.
(dpa)

 
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