Das Internet hat Max Grundig nicht mehr erlebt. Aber bestimmt wäre er sehr interessiert daran - und glücklich darüber, wie Grundig-Fans dort ihre alten Geräte präsentieren. Zum 100. Geburtstag des Industriellen lädt die Netzeitung ein ins Technikmuseum 2.0. Mit Video
Um das Jahr 1990 herum wurde das Totenglöckchen für die Schallplatte geläutet, die Compact Disc, kurz CD, hatte ihren vorübergehenden Siegeszug angetreten. Zwar gibt es Vinylplatten heute noch und die CD-Verkäufe brechen ein, doch es soll Jugendliche geben, die den Schallplattenspieler nur noch als DJ-Utensil und nicht mehr als Wohnzimmermöbel kennen.
Technik kommt und geht eben, wird von moderneren Geräten ersetzt. Ähnlich wie den heutigen Jugendlichen ging es schon der Generation davor: Schelllackplatten kennt man nur vom Hörensagen, und einen großen Tonbandkoffer entdeckt man vielleicht noch bei Opa auf dem Dachboden. Tonbandkoffer, wie sie in den 60er Jahren von Grundig hergestellt wurden.Die Firma, von dem vor 100 Jahren geborenen Max Grundig gegründet, war einst Deutschlands führender Anbieter von Unterhaltungselektronik. Der Name steht für den Gründergeist der Nachkriegsära und ebenso für den Niedergang – die einst weltweit geachtete deutsche Unterhaltungselektronik-Branche spielt im 21. Jahrhundert auf dem Globus keine Rolle mehr. Von Grundig hat nur der Name überlebt. Und so manches Gerät, das entweder im Museum zu bewundern ist oder beim jeweiligen Besitzer.
Es sind vor allem Technikfans, die ihre Maschinen hegen und pflegen und sie gern auch mal vorführen. Wobei ihnen heutzutage das Internet hilft: Gleichgesinnte tauschen sich im Grundig- oder im Bandmaschinen-Forum aus – etwa um Ersatzteile zu suchen oder sich Rat bei leiernden Tonbandgeräten einzuholen. Der eine braucht dringend ein Zahnrad für einen Motor, der andere ärgert sich darüber, dass sich seine TS 925 nach einer halben Stunde von selbst abschaltet: «Was kann der Fehler sein?»Und wahre Freaks, die ganz stolz auf ihre auch nach Jahrzehnten funktionstüchtigen Apparate sind, lassen die Welt daran teilhaben, Youtube sei Dank. Also auf ins virtuelle Hifi-Museum.