Nach gescheiterter Übernahme:
Yahoo zeigt sich weiter verhandlungsbereit
06. Mai 2008 10:16, ergänzt 13:41
 |  Voerst noch Yahoo, nicht Microhoo. | Foto: AP |
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Die Aktionäre sind aufgebracht, weil aus dem vielversprechenden Übernahmeangebot nun doch nichts geworden ist. Firmenchef Yang gibt sich deshalb demütig. Und sendet versöhnliche Signale.
Der Chef des Internetkonzerns Yahoo, Jerry Yang, hat sich nach dem Abbruch der Übernahmeverhandlungen zu neuen Gesprächen mit Microsoft bereiterklärt. Wenn der Software-Gigant mit einem «echten Angebot und einem echten Vorschlag» wiederkomme, würde er sich das gern anhören, versicherte Yang. Er ist wegen seiner Ablehnung des verbesserten Microsoft-Angebots massiv unter Druck geraten.
Die Yahoo-Aktie brach ein, aber nicht so deutlich wie zuvor vielfach erwartet worden war. Etliche Aktionäre rechneten offenbar damit, dass die Verhandlungen noch einmal wiederaufgenommen werden könnten, erklärten Analysten. Zwei Anwälte bereiteten wegen massiver Einbuße des Unternehmenswerts eine Klage gegen den Vorstand vor.
Aktien brechen deutlich ein
Yahoo setzte die Hauptversammlung für den 3. Juli an, die im Kampf gegen eine mögliche feindliche Übernahme durch Microsoft bis auf weiteres verschoben worden war. Der Aktienkurs gab am Montag um 4,30 Dollar oder 15 Prozent auf 24,37 Dollar nach. Damit büßten die Papiere fast die Hälfte des Zuwachses ein, den sie seit Bekanntgabe des Microsoft-Angebots am 31. Januar gemacht hatte. Die Börse bewertete das Unternehmen damit 8,1 Milliarden Euro niedriger als das letzte Microsoft-Angebot. «Ich hätte eine extremere Reaktion erwartet», erklärte der Analyst Clayton Moran von der Stanford Group. «Microsoft möchte, dass es so aussieht, als ob sie nicht wieder zurückkehren (mit einem anderen Angebot), aber die verhaltene Reaktion zeigt, dass das der Markt ihnen nicht abkauft.» Analyst David Hilal von Friedman, Billings, Ramsey & Co sagte: «Wenn der Ärger der Yahoo-Aktionäre den Siedepunkt erreichen sollte, dann glauben wir, dass Microsoft wieder aktiv werden könnte und dann so etwas wie ein Weißer Ritter wäre.»
Yang hätte eine Annäherung erwartet
Yang sagte am Montag in einem Interview, er habe bei den gescheiterten Verhandlungen am Wochenende erwartet, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer seine neue Forderung gekontert hätte. Man habe einen Weg finden wollen zusammenzukommen, erklärte Yang: «Aber sie gingen.» Er hatte von Ballmer 37 Dollar pro Aktie gefordert, Microsoft bot zuletzt 33 Dollar. Der Yahoo-Vorstandsvorsitzende sagte, die Übernahmedrohung habe in vieler Hinsicht Gutes für sein Unternehmen bewirkt. Dem Konzern gehe es heute besser als vor drei Monaten. Doch gebe es noch viel zu tun. Yang hat den Aktionären eine Ertragssteigerung von 25 Prozent für 2009 und 2010 versprochen. Analysten reagierten nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre skeptisch. «Wir bezweifeln, dass Yahoo in den nächsten drei Jahren bedeutende Verbesserungen erzielen kann», erklärten die UBS-Experten Benjamin Schachter, Heather Bellini und Abhey Lamba. (AP)