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Fusionen im IT-Bereich: 

Microsoft zieht Angebot für Yahoo zurück

04. Mai 2008 09:57
Bleiben vorerst getrennte Unternehmen
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Microsoft hat sein Angebot für die Übernahme von Yahoo überraschend zurückgenommen, nachdem das Internet-Unternehmen auch eine erhöhte Kaufsumme abgelehnt hatte.

Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Yahoo habe sich trotz eines zuletzt nochmals erhöhten Angebots nicht bewegt, teilte Microsoft am Samstagabend mit. «Ganz klar: Das Geschäft kommt nicht zustande», schrieb Konzern-Chef Steve Ballmer in einem am Samstagabend von Microsoft veröffentlichten Brief an Yahoo. «Es wird keinen Deal geben».

Auch eine mehrfach angedrohte feindliche Übernahme von Yahoo gegen den Widerstand des Managements schloss Microsoft in der Absage nun definitiv aus. Yahoo-Chef Jerry Yang sagte dazu, die störende Ablenkung durch das unerwünschte Übernahmeangebot sei nun vorbei. Nun könne sich sein Unternehmen wieder mit ganzer Kraft auf die Zukunft konzentrieren.

Beide waren zuvor zu einem persönlichen Gespräch in Seattle zusammengetroffen, wie aus Firmenkreisen verlautete. Dabei ging es offenbar vor allem um den Preis, den Microsoft von ursprünglich 31 Dollar je Yahoo-Aktie auf 33 Dollar angehoben hatte. Das entspricht einem Wert von zurzeit 47,5 Milliarden Dollar. Der Verwaltungsrat von Yahoo forderte aber nach Informationen aus Firmenkreisen 37 oder 38 Dollar pro Aktie - das wären mindestens 53 Milliarden Dollar.

Feindliche Übernahme wäre teuer und langwierig

Microsoft habe die Offerte zuletzt noch einmal um rund 5 Milliarden Dollar aufgestockt, sagte Ballmer laut einer Mitteilung auf der Website des Unternehmens. Die von Yahoo aber geforderten Konditionen machten für Microsoft keinen Sinn, sagte Ballmer. Yahoo habe über die angebotene Aufstockung hinaus mindestens nochmals 5 Milliarden Dollar mehr gefordert. «Es ist im besten Interesse der Microsoft-Aktionäre, der Beschäftigten sowie anderer Beteiligter, unseren Vorschlag zurückzuziehen», sagte Ballmer. Die Übernahme wäre die bislang mit Abstand teuerste in der Microsoft-Geschichte gewesen.

Die Rücknahme des Kaufangebots kommt für Marktbeobachter überraschend. Viele hatten damit gerechnet, dass Microsoft bei einer weiteren Ablehnung des Angebots eine feindliche Übernahme anstrebt - dies bedeutet, dass Microsoft so viele Yahoo-Aktien gekauft hätte, bis es eine Mehrheit erzielt und damit eine Basis erreicht hätte, um die Führungsgremien des Unternehmens auszutauschen. Es ist aber möglich, dass Microsoft sein Angebot erneuert, falls Yahoo sich nicht grundlegend von einer wirtschaftlichen Schwächephase erholt, die vor etwa zwei Jahren begonnen hat.

Microsoft wollte Yahoo übernehmen, um seine Position im lukrativen Markt der Internet-Werbung zu verbessern und den Wettbewerb mit Marktführer Google zu verschärfen. Ballmer sagte, Microsoft werde seine Strategie jetzt mit dem eigenen Team und anderen Partnern vorantreiben. «Yahoo hätte unsere Strategie zwar beschleunigt, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns unseren Zielen nähern werden.» (AP/dpa)

 
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