Microsoft habe die Offerte zuletzt noch einmal um rund 5 Milliarden Dollar aufgestockt, sagte Ballmer laut einer Mitteilung auf der Website des Unternehmens. Die von Yahoo aber geforderten Konditionen machten für Microsoft keinen Sinn, sagte Ballmer. Yahoo habe über die angebotene Aufstockung hinaus mindestens nochmals 5 Milliarden Dollar mehr gefordert. «Es ist im besten Interesse der Microsoft-Aktionäre, der Beschäftigten sowie anderer Beteiligter, unseren Vorschlag zurückzuziehen», sagte Ballmer. Die Übernahme wäre die bislang mit Abstand teuerste in der Microsoft-Geschichte gewesen. Die Rücknahme des Kaufangebots kommt für Marktbeobachter überraschend. Viele hatten damit gerechnet, dass Microsoft bei einer weiteren Ablehnung des Angebots eine feindliche Übernahme anstrebt - dies bedeutet, dass Microsoft so viele Yahoo-Aktien gekauft hätte, bis es eine Mehrheit erzielt und damit eine Basis erreicht hätte, um die Führungsgremien des Unternehmens auszutauschen. Es ist aber möglich, dass Microsoft sein Angebot erneuert, falls Yahoo sich nicht grundlegend von einer wirtschaftlichen Schwächephase erholt, die vor etwa zwei Jahren begonnen hat.
Microsoft wollte Yahoo übernehmen, um seine Position im lukrativen Markt der Internet-Werbung zu verbessern und den Wettbewerb mit Marktführer Google zu verschärfen. Ballmer sagte, Microsoft werde seine Strategie jetzt mit dem eigenen Team und anderen Partnern vorantreiben. «Yahoo hätte unsere Strategie zwar beschleunigt, aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns unseren Zielen nähern werden.» (AP/dpa)