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Private Altersvorsorge: 

Rürup-Renten sehr unterschiedlich rentabel

15. Apr 2008 14:35
Rentnerpaar
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Vor allem Selbstständigen und besser verdienenden Angestellten sollen Rürup-Policen eine bessere Altersvorsorge bescheren. Die Stiftung Warentest rät aber zum Vergleich: Die Leistungsunterschiede sind enorm.

Beim Abschluss einer so genannten Rürup-Rente sollten die Angebote der Lebensversicherer gründlich geprüft werden. Schon bei der monatlich garantierten Auszahlung könne es zu Unterschieden von bis zu 100 Euro kommen, teilte die Stiftung Warentest am Dienstag in Berlin mit. Ein 40-jähriger Mann, der 6000 Euro im Jahr einzahlt, bekommt bei 25 Jahren Laufzeit demnach im besten Fall eine Garantierente von 821 Euro im Monat heraus. Im schlechtesten Fall sind es nur 722 Euro.

Hochgerechnet auf 25 Jahre Rentenbezug wäre das ein Leistungsunterschied von rund 30.000 Euro. Bei der prognostizierten Rente summiere sich die Differenz sogar auf bis zu 70.000 Euro, hieß es. Die Stiftung Warentest nahm je 38 Rürup-Rentenverträge für Männer und Frauen unter die Lupe. Dabei schnitten dem «Finanztest»-Bericht zufolge nur weniger als die Hälfte mit «gut» oder «sehr gut» ab. Das Qualitätsurteil «sehr gut» erhielten die Produkte von CosmosDirekt, Europa und Debeka.

Wie hoch die Rente tatsächlich sein wird, hängt von den erwirtschafteten Überschüssen der Versicherer ab. Wirtschafte zum Beispiel die Debeka künftig so gut wie in den vergangenen Jahren, erhöhe sich die garantierte Rente für den Warentest-Modellkunden von 799 auf 1237 Euro, erläuterte der Abteilungsleiter Finanzdienstleitungen bei Warentest, Stephan Kühnlenz.

Nach Einschätzung der Tester ist der Abschluss einer Rürup-Versicherung vor allem für Selbstständige, die noch nicht viel für ihre Altersversorgung getan haben, sinnvoll. Interessant sei sie zudem für gut verdienende Angestellte und Beamte, die ihre gesetzliche Rente aufbessern wollen. Insbesondere bei kurzen Laufzeiten schlage die Rürup-Rente die klassische private Rentenversicherung um Längen, hieß es. Besonders hoch seien die Renditen, wenn der Kunde nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat und jährlich hohe Summen einzahlt.

Allerdings raten die Finanz-Experten davon ab, spontan einen Vertrag abzuschließen. «Ein Rürup-Vertrag ist eine echte Lebensentscheidung», betonte der Chefredakteur der Zeitschrift «Finanztest», Hermann-Josef Tenhagen. Das Geld sei endgültig festgelegt und stehe nur noch für die Altersvorsorge zur Verfügung. «Im Krisenfall kündigen, die Einzahlung entnehmen und die Förderung zurückzahlen ist nicht möglich», erklärte er. Auch eine Beitragsfreistellung ist bei vielen Versicherern erst nach mehreren Jahren Laufzeit möglich, fügte Kühnlenz hinzu. (nz/dpa/AP)


 
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