Aktienanlage: 

netzeitung.deHände weg von Aktienkauf-Tipps per E-Mail

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Frankfurter Wertpapierbörse (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Frankfurter Wertpapierbörse
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Zwischen Viagra-Angeboten und Offerten für Medikamente trudeln per E-Mail immer wieder Kaufempfehlungen für Aktien ein. Wer die vermeintlichen Tipps nutzt, kann sein Geld gleich verschenken, meinen Bankfachleute.

«Die Rallye ist gestartet», verrät eine mit dem Betreff «KAUF-TIPP» verschickte E-Mail, die empfiehlt, Aktien eines Rohstoff-Unternehmens zu erwerben. «300 prozente in 5 Tages», setzt die Mail in fehlerhaftem Deutsch fort und nennt anschließend die so genannte Wertpapier-Kennnummer und den aktuellen Kurs von «0.35» mit der «5-T Prognose» von «1.40».

Solche und ähnliche Kauftipps für Aktien landen derzeit viele in E-Mail-Postfächern. Es sind vor allem kleine und unbekannte Firmen, deren Aktien in E-Mails zum Kauf empfohlen werden – oft mit dem Hinweis auf angebliche Insider-Informationen, dass neue Produkte unmittelbar vor dem Marktdurchbruch stünden. Dumm, wer da nicht zuschlägt?

Von wegen. Experten raten dringend davon ab, die Tipps ernst zu nehmen und solche Papiere zu erwerben. «Wer auf solche vermeintlichen Geheimtipps hereinfällt, macht mit ziemlicher Sicherheit Verluste», teilt die Bank ING-Diba mit und verweist auf eine kürzlich erschienene Studie der britischen Universität Oxford zum Thema.

Demnach stiegen im Schnitt die Kurse von Firmen, die per Massen-Mail als Kaufgelegenheit angepriesen wurden, in den ersten beiden Tagen nach dem E-Mail-Versand deutlich an. Direkt danach verloren sie aber ebenso überproportional wieder. Kein Wunder: Die Versender solcher Mails setzen – offenbar mit Erfolg – darauf, dass genügend Leichtgläubige die Aktien kaufen und damit den Kurs in die Höhe treiben.

Die Urheber der Mails haben sich aber schon zuvor mit Aktien eingedeckt und verkaufen ihre Wertpapiere in der kurzen Zeit des Kursanstiegs wieder, mit Gewinn. Die Dummen sind die, die auf die Mails reingefallen sind: Sie bleiben auf ihren Verlusten sitzen.


Für das Web ediert von Matthias Breitinger