31. Aug 2007 15:19
Ein Hustenmittel das Herzrhythmusstörungen auslösen kann, darf nicht mehr verkauft werden. Verzögerte Nebenwirkungen sind laut Bundesinstitut für Arzneimittel nicht zu erwarten.
Sie dürften nicht mehr verkauft werden. Es gebe Hinweise darauf, dass Clobutinol in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen auslösen könne. Verzögerte Nebenwirkungen nach Ende der Einnahme entsprechender Präparate seien aber nicht zu erwarten.Clobutinol werde seit mehr als 40 Jahren zur Behandlung von trockenem Reizhusten eingesetzt, berichtete das Bundesinstitut. In Deutschland ist der nicht verschreibungspflichtige Wirkstoff in verschiedenen Formen etwa als Saft, Tropfen oder Dragees zugelassen.
Das Arzneimittelregister «Rote Liste 2007» nennt die Präparate Silomat mit Ausnahme der Lutschpastillen, Hustenstiller-Ratiopharm Clobutinol, Hustenstiller STADA, Tussed, Rofatuss und Nullatuss.
Das Unternehmen Ratiopharm wies darauf hin, dass es zwei Hustenstiller vertreibt, von denen nur der Hustenstiller-Ratiopharm Clobutinol als Saft, Tropfen und Kapseln betroffen sei.
Auslöser für die Anordnung des Bundesinstituts war eine Studie von Silomat-Hersteller Boehringer Ingelheim, wonach «ein mögliches Risiko für Herzrhythmusstörungen nicht ausgeschlossen werden kann», wie der Konzern mitteilte. Das Risikopotenzial werde allerdings als sehr gering beurteilt, Spätfolgen seien nicht zu befürchten.
Das Bundesinstitut kam dennoch mit dem Hersteller überein, dass ein weiterer Vertrieb und die Anwendung Clobutinol-haltiger Arzneimittel medizinisch nicht vertretbar seien. Nach der deutschen Anordnung werde das Nutzen-Schaden-Verhältnis von Clobutinol nun EU-weit beurteilt. (dpa)