Göttinger Gruppe vor dem Zusammenbruch
08.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Amtsgericht habe den Hamburger Notar Peter Knöpfel als vorläufigen Verwalter eingesetzt, sagte Brosche. Die Securenta AG könne derzeit keine rechtsgültigen Verfügungen mehr ohne Zustimmung des Verwalters vornehmen.
Dies erscheint indes unwahrscheinlich. Denn das Amtsgericht Göttingen hat bereits eine Vielzahl von so genannten Vollstreckungshaftbefehlen verhängt, weil die Göttinger Gruppe klagenden Anlegern ihr Geld nicht zurückgezahlt hat. Anfang dieser Woche war zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges und des Anlagebetruges gegen Verantwortliche des Finanzkonzerns eingeleitet hat. Seit 2004 laufen zudem Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.
Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil so genannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Das Unternehmen soll damit bei über 100.000 Sparern insgesamt mehr als eine Milliarde Euro eingesammelt haben. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste. Seit Jahren häufen sich Klagen von Anlegern, die sich falsch und unzureichend beraten fühlen. Sie fordern ihr Geld zurück.
Im übrigen würden Betroffene derzeit noch keinen Anwalt benötigen. «Im Moment wird durch das Gericht erst einmal geprüft, ob ein Insolvenzverfahren eingeleitet und ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Dieser prüft dann die Vermögenssituation und setzt sich mit den betroffenen Anlegern in Verbindung.» (nz/dpa)

