01. Mrz 2007 11:45, ergänzt 12:04
Seit Donnerstag können Autofahrer Feinstaub-Plaketten erwerben, um künftig in Städten mit Umweltzonen fahren zu dürfen. Doch die Verkehrsclubs raten von Hektik ab.
Zwar ist die Kennzeichnung erforderlich, wenn bei zu hohen Feinstaub-Belastungen ein Fahrverbot ausgesprochen wird – Verbotszonen dürfen dann nur von Autos mit der Plakette befahren werden. Doch wirksam werde die Verordnung erst dann, wenn die Behörden tatsächlich Umweltzonen einrichten und damit Fahrverbote verhängen, erläuterte der ADAC. Zu den ersten Städten, die die Verordnung umsetzen wollen, gehören etwa Stuttgart und Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Doch auch hier träten die Umweltzonen erst im Juli in Kraft, ergänzte der ADAC.Wie der Automobilclub von Deutschland (AvD) mitteilte, haben für dieses Jahr lediglich sechs Kommunen Umweltzonen angekündigt. Nur wer diese Städte – darunter auch die baden-württembergischen Gemeinden Schwäbisch Gmünd und Leonberg – mit dem Auto besuchen wolle, brauche die neuen Plaketten. In weiteren deutschen Städten würden sie erst ab 2008 benötigt.
Erhältlich sind die Plaketten bei den Zulassungsbehörden und überall dort, wo die Abgasuntersuchung durchgeführt wird. Die Aufkleber gibt es in den Farben Rot, Gelb und Grün - je nach Schadstoffklasse. Keine Plakette erhalten ältere Autos und Lkw, die hohe Mengen Feinstaub in die Luft blasen. Die Prüfgesellschaft Dekra bietet im Internet einen Check an: Wer dort die nötigen Daten aus den Fahrzeugpapieren eingeibt, erfährt, welche Plakette sein Wagen voraussichtlich erhält.Eine Pflicht zum Kauf der Plakette besteht übrigens nicht. Allerdings ist die Umweltzone für einen Wagen ohne Aufkleber dann tabu. Ein Verstoß kann laut Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei geahndet werden. (nz)