netzeitung.deAutofahrer sollten mit Umweltplakette warten

 Herausgeber: netzeitung.de

Wird von innen an die Windschutzscheibe geklebt: Die neue Umweltplakette (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wird von innen an die Windschutzscheibe geklebt: Die neue Umweltplakette
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit Donnerstag können Autofahrer Feinstaub-Plaketten erwerben, um künftig in Städten mit Umweltzonen fahren zu dürfen. Doch die Verkehrsclubs raten von Hektik ab.

Zum heutigen Donnerstag ist eine neue Plaketten-Verordnung in Kraft getreten, mit der emissionsarme Autos gekennzeichnet werden. Automobil-Clubs warnen aber davor, jetzt in Hektik zu verfallen: Für die Mehrheit der deutschen Autofahrer ändere sich zunächst gar nichts, teilte der ADAC in Stuttgart mit. Auch der Auto Club Europa (ACE) betonte, der Kauf der Plaketten sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig.
In vielen Städten erst ab 2008 nötig
Zwar ist die Kennzeichnung erforderlich, wenn bei zu hohen Feinstaub-Belastungen ein Fahrverbot ausgesprochen wird – Verbotszonen dürfen dann nur von Autos mit der Plakette befahren werden. Doch wirksam werde die Verordnung erst dann, wenn die Behörden tatsächlich Umweltzonen einrichten und damit Fahrverbote verhängen, erläuterte der ADAC. Zu den ersten Städten, die die Verordnung umsetzen wollen, gehören etwa Stuttgart und Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Doch auch hier träten die Umweltzonen erst im Juli in Kraft, ergänzte der ADAC.

Wie der Automobilclub von Deutschland (AvD) mitteilte, haben für dieses Jahr lediglich sechs Kommunen Umweltzonen angekündigt. Nur wer diese Städte – darunter auch die baden-württembergischen Gemeinden Schwäbisch Gmünd und Leonberg – mit dem Auto besuchen wolle, brauche die neuen Plaketten. In weiteren deutschen Städten würden sie erst ab 2008 benötigt.

Punkt in Flensburg droht
Die Verkehrsclubs raten zudem vom Kauf der Aufkleber zum jetzigen Zeitpunkt ab, weil die Liste der betroffenen Fahrzeuge möglicherweise noch nachgebessert werde. Dann könnte sich die Zahl der mit Fahrverboten belegten Autos deutlich verringern. Ausnahmen gelten laut ACE für Autos von Personen, die außergewöhnlich schwerbehindert sind. Auch Mofas, Leichtkrafträder, Motorräder, Motorroller und dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie Kranken- und Arztwagen dürfen weiterhin ohne Plakette in Umweltzonen fahren.

Erhältlich sind die Plaketten bei den Zulassungsbehörden und überall dort, wo die Abgasuntersuchung durchgeführt wird. Die Aufkleber gibt es in den Farben Rot, Gelb und Grün - je nach Schadstoffklasse. Keine Plakette erhalten ältere Autos und Lkw, die hohe Mengen Feinstaub in die Luft blasen. Die Prüfgesellschaft Dekra bietet im Internet einen Check an: Wer dort die nötigen Daten aus den Fahrzeugpapieren eingeibt, erfährt, welche Plakette sein Wagen voraussichtlich erhält.

Eine Pflicht zum Kauf der Plakette besteht übrigens nicht. Allerdings ist die Umweltzone für einen Wagen ohne Aufkleber dann tabu. Ein Verstoß kann laut Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) mit einem Bußgeld von 40 Euro und einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünder-Kartei geahndet werden. (nz)