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Handel verärgert über Gemüse-Giftliste

15. Feb 2007 14:01, ergänzt 14:27
Greenpeace- Protest gegen Pestizide vor einem Jahr im Verbraucherministerium
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Ein Viertel des in Supermarktketten angebotenen Obsts und Gemüses ist stark mit Pestiziden belastet. Greenpeace hat herausgefunden, wo es das meiste Gift für das wenigste Geld gibt.

Obst und Gemüse sind nach einer Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace bei den großen Supermarktketten am stärksten mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet. Der Genuss solcher Erzeugnisse muss nicht in jedem Fall gesundheitsschädlich sein, denn die Umweltschutzorganisation misst nach strengeren Kriterien als der Gesetzgeber.

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Am schlechtesten haben laut Greenpeace Kaisers/Tengelmann, Edeka und Rewe abgeschnitten, relativ gut dagegen Lidl und Aldi. Bei den von Greenpeace an das Ende der Supermarkt-Rangliste gesetzten drei Supermarktketten seien bis zu 34 Prozent der untersuchten Ware stark belastet gewesen. Die gesetzlichen Grenzwerte seien bei bis zu rund 20 Prozent der Waren «erreicht oder überschritten» gewesen.

Nur 16 Prozent sauber

Im Mittelfeld liegen den Angaben zufolge Kaufhof/Real und der österreichische Rewe-Ableger Billa. Recht gut schnitten dagegen die Discounter Lidl und Aldi ab. Lidl hat aufgeholt: Bei der letzten ähnlichen Untersuchung im Jahr 2005 lag der Discounter auf dem letzten Platz, jetzt an der Spitze. Beide Billigketten hatten laut Greenpeace im Jahr 2006 gezielt das Pestizide- Angebot reduziert, wie vor zwei Wochen auch Rewe. Vollkommen pestizidfrei und damit uneingeschränkt empfehlenswert sei allerdings weiterhin nur Bio-Ware.

Greenpeace hatte für die nach eigener Angabe bisher größte unabhängige Untersuchung im Herbst 2006 insgesamt 576 Proben von acht Produktgruppen gekauft. Die Waren holten die Tester bei Lidl, Aldi, Billa, Kaufhof beziehungsweise Real (Metro-Gruppe), Rewe und der von Rewe belieferten Karstadt-Lebensmittelabteilung, Edeka und Tengelmann/Kaisers. Insgesamt seien nur 16,3 Prozent der Proben frei von Pestiziden gewesen. In 58,5 Prozent hätten sich Pestizide nachweisen lassen.

Kinder- Gesundheit gefährdet

Im Durchschnitt habe Greenpeace in 25,2 Prozent der Proben nach eigenen Kriterien eine starke Belastung feststellt. Das heißt, in 12,3 Prozent der Fälle seien die gesetzlichen Grenzwerte erreicht oder überschritten gewesen, in sieben Prozent um mehr als die Hälfte.

In zwei Prozent des untersuchten Obstes und Gemüses, vor allem in Trauben und Kopfsalat, lagt die Belastung sogar über der von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegte «Akute Referenzdosis» (ARfD). In diesen Fällen könne die Gesundheit von Kleinkindern gefährdet sein, erklärte Greenpeace.

Willkür beklagt

Einzelhandelsverbands- Geschäftsführer Hubertus Pellengahr äußerte «größte Zweifel an der Seriosität» der Untersuchung. Die Greenpeace-Studie sei «in keiner Weise aussagekräftig», es bleibe unklar, nach welchen Kriterien und welcher Systematik die Organisation geprüft habe.

Rewe-Sprecher Andreas Krämer beklagte, die Einstufung sei willkürlich, zumal Rewe offenbar auch Waren angelastet würden, die wie bei Karstadt von anderen Lieferanten stammten. Er forderte aber auch den Staat auf, für einheitliche Regelungen in der EU zu sorgen.

Rewe selbst habe seine Lieferanten aufgefordert, künftig die Belastung mit Pestiziden auf maximal 70 Prozent der gesetzlichen Grenzwerte zu beschränken. Edeka-Sprecherin Marliese Kalthoff wies darauf hin, dass das Unternehmen für seine Eigenmarken schon seit 1997 Höchstbelastungswerte von höchsten 50 Prozent der gesetzlichen Grenzen vorschreibe. (AP)

 
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