19. Dez 2006 16:06
Umweltschützer von Greenpeace haben Recht, wenn sie Müller-Milch als «Gen-Milch» brandmarken. Das Produkt sei nun einmal mit gentechnisch verändertem Tierfutter erzeugt, argumentierte ein Gericht.
Im Streit um gentechnisch veränderte Müller-Milch ist die nächste Runde an Greenpeace gegangen. Die Umweltschützer dürfen in Kampagnen gegen den Lebensmittelkonzern Müller dessen Milch weiterhin als «Gen-Milch» bezeichnen: Das Oberlandesgericht Köln wies am Dienstag eine Klage des Unternehmens zurück.Die Verwendung des Begriffs «Gen-Milch» sei durch die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit gedeckt, argumentierten die Richter. Die von Müller hergestellten Milchprodukte stammten von Kühen, die mit gentechnisch verändertem Tierfutter gefüttert werden. Greenpeace macht seit Monaten in einer Kampagne auf diesen Umstand aufmerksam.
Beispielsweise wurden Regale in Supermärkten mit einem Aufkleber versehen, auf dem Kunden auf «Gen-Milch» hingewiesen wurden. Nach Ansicht der Richter sei die Bezeichnung zulässig, weil die Kampagne nicht eigennützigen Zielen diene. Vielmehr sei sie ein wichtiger Beitrag in einer Diskussion, die die Öffentlichkeit berühre.
Müller hatte hingegen vor Gericht argumentiert, der Begriff «Gen-Milch» suggeriere, die Milch selbst sei gentechnisch verändert oder enthalte Partikel gentechnisch manipulierter Lebensmittel. Beides sei jedoch nicht der Fall. Das Gericht ließ das Argument nicht gelten und verwies darauf, dass die Bezeichnung «Gen-Milch» ergänzt wurde um den Hinweis «mit genmanipuliertem Tierfutter hergestellt». Diese Behauptung sei zutreffend.
Nach Ansicht der Umweltschützer sind gentechnisch veränderte Lebensmittel für die Umwelt gefährlich und für Verbraucher riskant. So seien Bauern gezwungen, Gen-Pflanzen mit immer giftigeren Pestiziden zu behandeln. Außerdem werde weltweit genügend Tierfutter produziert, so dass Landwirte auch durchaus ohne gentechnisch verändertes Tierfutter auskommen könnten. (nz)