Zigarettenreklame ist künftig verboten
09.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Als Folge des weit gehenden Werbeverbots rechnet die Bundesregierung mit einem Rückgang bei der Tabaksteuer und mit Umsatz- und Gewinneinbußen vor allem in der Werbewirtschaft. Der Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) kritisiert, das Votum sei umso bedauerlicher als Berlins Klage vor dem Europäischen Gerichtshof noch anhängig sei.
Verbraucher-Staatssekretär Gerd Müller (CSU) wies das zurück und meinte, es zeichne sich eine Klageabweisung ab. Er kündigte außerdem ein Nichtraucherschutzgesetz an, das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, Bussen und Bahnen untersagt. Das Gesetz plädiere für «Selbsteinsicht» und werde kein generelles Rauchverbot mit sich bringen, beruhigte Müller indes. So soll für die etwa 250.000 gastronomischen Betriebe und Nichtraucher eine «praktikable Lösung» gefunden werden. Müller sprach von separaten Räumen für Raucher in Lokalen, in denen Essen ausgereicht wird. Reine Schankbetriebe sollen generell ausgenommen werden.
Allerdings werde es in diesem Jahr wohl nicht mehr mit dem neuen Gesetz klappen, vermutet die SPD. «Das wird knapp», sagte SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann. Mit dem Beginn des parlamentarischen Verfahrens sei erst im nächsten Jahr zu rechnen. (nz)

