Jedes dritte Medikament fällt im Test durch
05. Okt 2006 16:22
 |  Medikamente | Foto: dpa |
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Bei einem Test von frei verkäuflichen Medikamenten hat jedes dritte Präparat bei Stiftung Warentest nicht bestanden. Im Test fielen sogar Kopfschmerzmittel auf, die Kopfschmerzen auslösen können.
Mit dem Herbst ist auch wieder die Zeit von Erkältungen und grippalen Infekten gekommen. Viele gehen dann rasch in die Apotheke und kaufen ein rezeptfreies Mittel, um keine Zeit im Wartezimmer beim Arzt zu verlieren. 600 Millionen Packungen sind so laut Stiftung Warentest im vergangenen Jahr ohne Rezept über den Tresen gegangen.Wer nicht blind auf die Empfehlungen des Apothekers setzen will, findet in zwei mächtigen Nachschlagewerken von Stiftung Warentest Hilfe bei der Wahl eines passenden Medikaments. 2000 rezeptfreie Präparate hat Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. In einem früheren Test wurden bereits 5600 verschreibungspflichtige Medikamente auf ihre Tauglichkeit geprüft.
Jedes dritte Medikament fällt durch
«Wir führen dafür aber keine eigenen Tests durch, das wäre viel zu aufwändig, weil wir klinische Untersuchungen durchführen müssten», sagt Werner Brinkmann, Vorstand der Berliner Warentester, der Netzeitung. «Wir sichten vielmehr die Literatur, also Fachzeitschriften und veröffentlichte Studien zu den Medikamenten.» Die Literatur werde dann von einem von der Stiftung berufenen Gremium ausgewählter Fachärzte, die auf ihrem Gebiet führend seien, ausgewertet.Und das Ergebnis hat es in sich: Mit 35 Prozent fiel mehr als jedes dritte der frei verkäuflichen Medikamente im Test durch und bekam das Prädikat «wenig geeignet». Das kann daran liegen, dass das untersuchte Präparat gar nicht wirkt oder sogar schädlich ist: «Es gibt Medikamente, von deren Gebrauch wir mangels erkennbarer Wirkung oder ungünstiger Nebenwirkungen klar abraten», betont Brinkmann.
Schmerzhafte Kopfscherzmittel
Unter den Präparaten, vor deren Einnahme die Stiftung abrät, sind auch durchaus gebräuchliche Mittel, die nahezu jeder kennt. So halten die Verbraucherschützer beispielsweise das Kopfschmerzmittel Thomapyrin für ungeeignet: Vor allem der hohe Koffeingehalt birgt dem Test zufolge die Gefahr, dass bei Absetzung des Mittels Entzugskopfschmerzen auftreten.In dem mehrere Hundert Seiten umfassenden Werk können Erkrankte nicht nur nachlesen, ob und wie ein Medikament wirkt: «Die Leser erfahren nicht nur, ob ein Medikament gut ist oder nicht, sondern auch, ob es die gleiche Qualität günstiger gibt», erläutert Chef-Warentester Brinkmann. «Bei den Kopfschmerzmitteln kann der Leser beispielsweise nachlesen,
ob es Nachahmerpräparate gibt, also Medikamente mit gleichem Wirkstoff, die preiswerter zu haben sind.»
Preis gibt den Ausschlag
Gerade weil immer mehr Medikamente aus der Verschreibungspflicht entlassen würden, sei der Patient auf unabhängigen Rat angewiesen, wenn er schon für ein Mittel zahlen muss. «Der Preis spielt bei der Auswahl des Medikaments natürlich eine große Rolle. Da hilft es dem Patienten nicht nur bei der Genesung, die Folgen einer solchen Bewertung zu erleben. Er spürt es auch im Portemonnaie.»Wer nicht gleich das ganze Buch kaufen will, sondern nur bei Bedarf zu einzelnen Medikamenten Informationen sucht, kann diese auch über das Internet abrufen.
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Handbuch Selbstmedikation
Stiftung Warentest (Hrsg.)
752 Seiten
Berlin: 2006, 34 Euro
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Handbuch Medikamente
Stiftung Warentest (Hrsg.)
1239 Seiten
Berlin: 2006, 25 Euro
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