netzeitung.deVerbände fordern «privaten» Atomausstieg

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AKW Biblis (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe AKW Biblis
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Mehrere Umweltverbände werfen den großen Stromkonzernen vor, den Atomkonsens aufgekündigt zu haben. Die Bürger sollten deshalb selbst den Atomausstieg wagen.

Umwelt- und Verbraucherschützer haben dazu aufgerufen, keinen Atomstrom mehr zu kaufen. Mit geplanten oder bereits beantragten Laufzeitverlängerungen von Atommeilern hätten mehrere Energiekonzerne den bestehenden Atomkonsens aufgekündigt, argumentierten neun Umweltorganisationen am Donnerstag in Berlin.

Verbraucher sollten die Konzerne RWE

, Eon
, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg (EnBW) deshalb meiden und zu Anbietern von Ökostrom wechseln, forderten die Umwelt- und Verbraucherschützer. Nur wenn sich die privaten Stromkunden massenhaft neuen Stromhändlern zuwendeten, könne die Bevölkerung wirklich Einfluss auf die Politik der Stromriesen nehmen, begründeten die Inituatoren ihren Appell, dessen Motto lautet «Atomausstieg selber machen».

Mehrere Energiekonzerne wollen die mit dem Atomkonsens ausgehandelten Restlaufzeiten für ältere Atomkraftwerke auf neue Meiler übertragen. So hat der Essener Versorger RWE beantragt, den Atommeiler Biblis A statt bis 2008 bis 2011 zu betreiben. Die Stromversorger EnBW und Vattenfall prüfen ebenfalls längere Laufzeiten für ihre Kraftwerke Neckarwestheim I und Brunsbüttel.

Versorger kündigen Konsens auf
«Der größte Wert eines Energieversorgungsunternehmens sind seine Kunden», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake, bei der Ankündigung des bundesweiten Aufrufes. Greenpeace-Abteilungsleiter Stefan Schurig erklärte, der RWE-Antrag sei geeignet, jede Form von politischem Kompromiss mit den Betreibern von Atomkraftwerken zu diskreditieren. «RWE beweist mit dieser Strategie, dass der Konzern sein wirtschaftliches Interesse über die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung stellt», sagte der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gerhard Timm.

An der Aktion sind auch der Bund der Energieverbraucher, der Deutsche Naturschutzring, der Naturschutzbund NABU, die Deutsche Sektion der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Robin Wood und die Gorlebener Anti-Castor-Initiative X-tausendmal quer beteiligt. (nz)