Lidl nimmt ab Mai auch Aldi-Flaschen zurück
Bislang konnten Supermarktketten zum Beispiel eigene Wasserflaschen verkaufen und mussten dann auch nur diese wieder zurücknehmen. In Zukunft können Verbraucher Flaschen, auf die das Einweg-Pfand in Höhe von 25 Cent erhoben wird, überall dort zurückgeben, wo solche Verpackungen ebenfalls verkauft werden. Gleiches gilt für Getränkedosen. Allerdings können Dosen nicht dort abgegeben werden, wo nur Flaschen verkauft werden – und umgekehrt. Weitere Ausnahme: Läden mit einer Verkaufsfläche von unter 200 Quadratmetern sind von den Neuerungen nicht betroffen.
Sehr wohl betroffen sind sie von der Erweiterung der Pfandpflicht: Künftig wird Pfand auch auf Erfrischungsgetränke ohne Kohlensäure – wie etwa Eistee – und so genannte Alkopops, also alkoholhaltige Mischgetränke, erhoben.
«Letztlich ist uns egal, ob der Handel pfandpflichtige Einwegverpackungen mit Hilfe eines Automatensystems oder per Hand zurücknimmt», sagt Carel Mohn, Pressesprecher des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), im Gespräch mit der Netzeitung. «Wichtig ist aber, dass die neuen Regelungen kundenfreundlich umgesetzt werden.»
Die Verbraucherschützer wollen sich bei der Einführung jedoch nicht allein auf die Versprechen des Handels verlassen. «Wir werden nachprüfen, ob der Handel sich auf die neuen Regelungen eingestellt hat», kündigt Mohn an. «Dazu werden wir Testkäufe durchführen.» Mit ersten Ergebnissen rechnet der VZBV bis Mitte Mai.
Auf ihrer Homepage macht die DPG darauf aufmerksam, dass Pfandverpackungen nicht zerdrückt oder mit beschädigtem Etikett abgegeben werden sollten. Händler seien nicht verpflichtet, solche Flaschen oder Dosen zurückzunehmen. Der VZBV setzt jedoch auf die Kulanz der Geschäftsleute: «Wir gehen davon aus, dass der Handel auch beschädigte Verpackungen zurücknimmt, sofern der Kunde nicht plattgewalztes Blech abgeben will», gibt sich Verbraucherschützer Mohn zuversichtlich.
Der Einwegpfand auf Dosen und Wegwerf-Flaschen gilt in Deutschland seit Anfang 2003. Die Investitionen des Handels unter anderem in die neuen Automaten sollen bis zu zwei Milliarden Euro betragen.
Für die vom HDE gemachte Einschätzung zu höheren Getränkepreisen sieht der VZBV daher andere Motive: «Wir vermuten, dass der HDE mit dieser Äußerung von einer vorweggenommenen Preisanhebung im Zuge der geplanten Mehrwertsteuererhöhung ablenken will», sagt Experte Mohn.
Für das Web ediert von Simon Frost
