Elektroschrott muss aussortiert werden
24. Mrz 2006 16:34
 |  Elektroschrott | Foto: dpa |
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Seit diesem Freitag können Verbraucher ihre gebrauchten Elektrogeräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Die Hersteller schließen nicht aus, dass die Preise anziehen werden.
Von Markus SchefflerDer Mülleimer ist für Elektrogeräte seit diesem Freitag Tabu: Die Geräte dürfen nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden. Ihre alten Elektrogeräte wie Mixer, Staubsauger, Kühlschränke und Fernseher können Verbraucher und Kleinunternehmen statt dessen bei den kommunalen Sammelstellen zur Entsorgung abgeben.
Um Missbrauch durch große Gewerbebetriebe vorzubeugen, die ihre Schrottlager kostenlos entsorgen wollen, ist die maximale Anzahl der abzugebenden Altgeräte jedoch auf zwanzig beschränkt, höchstens jedoch fünf Stück je Geräteart. Welche Geräte gesondert entsorgt werden müssen, erkennen Verbraucher außerdem an Papieraufklebern mit einer durchgestrichenen Mülltonne.
Abkommen mit dem Einzelhandel
Auch mancher Einzelhändler nimmt Elektroaltgeräte entgegen – die Bedingung ist allerdings, dass der Händler eine Vereinbarung mit den Herstellern getroffen hat, dass sie die Geräte später abholen. Wer ein Gerät im Handel abgeben will, sollte deshalb vorher klären, ob das Geschäft die Ware auch tatsächlich entgegennimmt.Hintergrund der neuen Regelung ist das Elektronikgerätegesetz: Mit dem Gesetz wurden Hersteller verpflichtet, die Geräte bei den Sammelstellen abzuholen und zum Großteil wieder zu verwerten. Die Regelung umfasst alle schrottreifen Elektrogeräte - von der elektrischen Zahnbürste bis zur Kühltruhe. Das Gesetz will das Aufkommen an Elektroschrott und zunehmende Belastungen durch die Umwelt eindämmen: Die meisten Elektrogeräte enthalten eine Vielzahl von Stoffen wie Schwermetalle, die – wenn sie unkontrolliert in die Umwelt gelangen – für Mensch und Umwelt gefährlich werden.
Kompliziertes Entsorgungssystem
Wer seine Altgeräte entsorgen will, sieht sich künftig einem komplexen System von Sammelbehältern ausgesetzt und könnte durchaus Hilfe brauchen: So sollen Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen getrennt von Kältegeräten wie Kühlschränken oder Kühltruhen entgegen genommen werden, IT-Geräte und Monitore getrennt von Unterhaltungselektronik einschließlich Hifi-Anlagen und Fernsehern. Für Neonleuchten und Energiesparbirnen soll es einen Extrabehälter geben. Der ganze Rest - vom Haushaltsklein- und Gartengerät über Spiel- und Werkzeug, Sportgeräte bis hin zu Medizingeräten - fällt in eine fünfte Kategorie.Obwohl die Entsorgung von Elektroschrott ist für Verbraucher und Kleinunternehmen kostenlos ist, könnten die Verbraucher über Umwege doch zur Kasse gebeten werden: Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) will nicht ausschließen, dass die Hersteller die Entsorgungskosten auf die Kunden umwälzen. Dabei würden die Preise indes schleichend angehoben.
Müllgebühren könnten steigen
Die Abfallwirtschaft rechnet hingegen mit steigenden Müllgebühren in den Kommunen. So werde in einigen Kommunen über Gebührenerhöhungen nachgedacht, weil angeblich erhöhte Aufwendungen bei den Übergabestellen entstanden seien, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft, Stephan Harmening: «Es kann nicht sein, dass die Kommunen an der Gebührenschraube drehen», empört er sich. Eigentlich müssten die Gebühren sinken, weil die Kommunen angesichts der Produzentenverantwortung entlastet würden.Derweil befürchten die Kommunen massive Probleme beim Start des neuen Rücknahmesystems, weil bei einem Drittel der kommunalen Sammelstellen nach Angaben des Deutschen Städtetages noch die nötigen Container fehlen, die von den Geräteherstellern bereitgestellt werden sollten. Die Städte hätten allerdings ihre Hausaufgaben gemacht, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus. Ziel der neuen Regelung ist es, die alten Geräte möglichst weitgehend wieder zu verwerten und gefährliche Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen. Bislang landeten zum Beispiel das Quecksilber aus Leuchtstoffröhren oder das FCKW aus Kühlschränken immer noch auf der Deponie und in der Verbrennung.