Onlinebewerbungen sind oft mangelhaft
03.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Online-Bewerbungen sind preiswert und bequem. Es fallen keine Versand- oder Materialkosten an. Und außerdem lassen sie sich praktisch endlos vervielfältigen. Was zunächst ein Vorteil zu sein scheint, führt aber dazu, dass ein Großteil von Onlinebewerbungen nicht den Anforderungen von Personalchefs entsprechen. Mit 55 Prozent haben mehr als die Hälfte der Onlinebewerbungen nicht das Niveau einer schriftlichen Bewerbung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von berufsstart.de.
Vor allem der sorglose Umgang mit dem Internet missfällt dabei den Personalchefs. 66 Prozent der Bewerbungen sind laut der Umfrage schlecht formatiert, haben ein zu hohes Datenvolumen, weisen formale oder Rechtschreibfehler auf. Viele Bewerber verzetteln sich auch und schicken unverlangt eine Unmenge an Dateien mit. Mehr noch: Mit 41 Prozent ist sich fast die Hälfte der befragten Bewerber ihrer Fehler auch bewusst.
Wer sich online bewerben möchte und dabei nicht auf ein Internetformular des betreffenden Unternehmens zurückgreifen kann, sollte im Vorfeld den zuständigen Ansprechpartner und dessen E-Mail-Adresse in Erfahrung bringen. Dafür genügt ein Anruf. Bei der Gelegenheit kann auch erfragt werden, ob eine Online-Bewerbung überhaupt erwünscht ist.
Auf keinen Fall sollten Bewerber ihre Unterlagen an eine Sammeladresse schicken, von der nicht klar ist, wer die eingehenden Mails liest. Außerdem sollten dafür nur private Adressen verwandt werden. Bewerbungstrainer raten auch dringend davon ab, für Bewerbungen Absenderadressen zu verwenden, die Kosenamen enthalten.
Eine Online-Bewerbung ist eine Visitenkarte und vermittelt dem Gegenüber den ersten und gerade aufgrund der mediumbedingten Anonymität entscheidenden Eindruck. Die Bewerbung sollte deshalb wie eine schriftliche Bewerbung die deutsche Rechtschreibung beachten und in einem höflichen Ton verfasst sein. Die Sätze sollten prägnant und kurz formuliert werden. Die in Mails verbreitete Kleinschreibung von Substantiven ist nicht erlaubt. Auch ein vertrauter oder flapsiger Ton ist nicht zulässig. Smilies, billige Animationen oder so genannte Emoticons verbieten sich ebenfalls.
Lässt sich ein unübliches Dokumentenformat vom Empfänger nicht öffnen, war die Bewerbung umsonst. Dass der Angeschriebene seinerseits um die erneute Zusendung der Unterlagen bittet, dürfte kaum vorkommen. Attachments sollten deshalb grundsätzlich nur in den üblichen Formaten wie .doc, .pdf, .txt oder .rtf versandt werden. Ein Bewerbungsbild kann als Grafik in den Lebenslauf eingebunden werden. Generell sollten die Dokumente so gestaltet sein, dass sie druckfähig sind. Die meisten Online-Bewerbungen werden ohnehin ausgedruckt und wie eine herkömmliche Bewerbung ausgewertet. Außerdem sollten die angehängten Dokumente von einer tadellosen Qualität sein. Auch Scans von angehängten Dokumenten müssen einwandfrei sein.
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, auf einer privaten Website Bewerbungsseiten einzurichten, auf die das beworbene Unternehmen zugreifen kann. Die Firma bekommt dann nur eine Kurzbewerbung mit dem Link auf die Bewerbungsseite im Internet. Die Seite darf auch per Kennwort geschützt werden.

