02.03.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Feste Strompakete zu kaufen, ist nicht unbedingt preiswert.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer seinen Stromverbrauch nicht annähernd vorhersagen kann, ist mit dem Kauf von festen Strompaketen nicht immer gut bedient. Eine genaue Abrechnung ist unter Umständen preiswerter.
Die Berliner Flexstrom wirbt seit einigen Wochen mit einem Angebot für billigen Haushaltsstrom. Die Offerte klingt zunächst verlockend: Strom für zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) zuzüglich monatlich fünf Euro Grundgebühr und fünf Euro im Monat für eine Preisgarantie sind günstig.
Die Sache hat aber einen Haken: Privatkunden kaufen bei Flexstrom ein bestimmtes Stromvolumen von 1200, 2400, 3600 oder 5600 kWh zuzüglich Grundgebühr und Preisgarantie. Wer seinen Verbrauch für die kommenden zwölf Monate nicht annähernd präzise vorhersagen kann, zahlt deshalb am Ende nicht selten drauf.
Durchschnittspreis ist variabelAußerdem muss das gesamte Strompaket für ein Jahr im Voraus bezahlt werden. Bei Insolvenz des Unternehmens dürfte das Geld verloren sein. Und schließlich hat der Kunde das Nachsehen, wenn sein Verbrauch niedriger ist: Da es keine Gutschrift für nicht verbrauchten Strom gibt, erhöht sich der Durchschnittspreis.
Teurer wird es aber auch, wenn der Haushalt mehr als das vereinbarte Strompaket abnimmt. Dann kostet jede weitere Kilowattstunde zwischen 19,9 und 22,7 Cent je nach gebuchtem Paket. Der marktübliche Preis liegt deutlich darunter.
Optisch verlockendDass der optisch zunächst verlockende Durchschnittspreis mit dem Verbrauch schwankt, kann sich zum Nachteil des Kunden auswirken. Ein Rechenbeispiel: Ein Zwei-Personen-Haushalt kauft ein Strompaket von 2400 kWh. Das kostet 288 Euro. Hinzu kommen 60 Euro Grundgebühr und 60 Euro für die Preisgarantie. Zusammen sind das 408 Euro. Das ist preiswert verglichen mit der Konkurrenz. Beim billigsten Anbieter in den alten Ländern, den Stadtwerken Flensburg, kosten 2400 kWh 458,40 Euro. Bei den Stadtwerken Schwerin, dem billigsten Anbieter in Ostdeutschland, kosten 2400 kWh sogar 478,08 Euro.
Werden in dem Haushalt letztlich aber doch nur 1900 kWh verbraucht, wird es teuer. Bei den Stadtwerken Schwerin wären 393,61 Euro fällig, die Flensburger Stadtwerke kassieren 458,40 Euro - bei Flexstrom blieben die Kosten gleich.
Flexstrom manchmal sogar preiswerterAllerdings kann sich der Flexstrom auch lohnen: Würden 2700 kWh verbraucht, müssten dort 473,10 Euro gezahlt werden. Die Stadtwerke Schwerin verlangen dafür 529,53 Euro, die Flensburger 505,65.
Wer prüfen will, ob sich bei den Stromkosten Geld sparen lässt, kann im Internet unter www.stromtarife.de die Vergleichspreise bei der Konkurrenz prüfen.