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Polizei warnt vor manipulierten Geldautomaten

27. Sep 2004 08:00
Mit Kamera und Funksendern ausspioniert: Geldautomaten
Zunehmend berichtet die Polizei von Manipulationen an Geldautomaten. Die Kriminellen geraten so an die geheimen Daten der EC-Karte und plündern Konten ahnungsloser Opfer. Davor kann man sich schützen.

Die Bankenbranche geht von einer zunehmenden Zahl manipulierter Geldautomaten aus. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) rechnet für dieses Jahr nahezu mit einer Verdoppelung des Schadens gegenüber dem Vorjahr. Wie der zuständige DSGV-Abteilungsdirektor Rainer Herrmann der «Berliner Zeitung» sagte, wird der Schaden 2004 insgesamt auf rund 3,5 Millionen Euro steigen.

Berlin bei Manipulationen führend

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Besonders häufig vergreifen sich Kriminelle an Geldautomaten in Berlin, wie der DSGV weiter berichtete. Jede Woche finde im Schnitt ein Angriff auf einen Automaten in der Hauptstadt statt. Damit liege Berlin bundesweit «mit weitem Abstand» an erster Stelle vor dem Raum München und dem Rheinland.

Bei der Manipulation geht es den Tätern darum, an die Daten auf der Magnetspur der EC-Karte und die Geheimzahl (Pin) zu gelangen. Damit können sie sich dann von den Konten der ahnungslosen Opfer bedienen. Für den Datenraub nutzen die Betrüger inzwischen modernste Technik: An die Oberkante des Geldautomaten wird eine große Leiste geklebt, darin verbirgt sich eine versteckte Minikamera und ein kleiner Funksender. Vor den Schlitz für die EC-Karte wird ein Kartenlesegerät geklebt.

Live-Übertragung der Pin-Eingabe

Wird nun die EC-Karte eingeführt, werden die Daten von dem Lesegerät registriert. Gibt der Bankkunde den Pin-Code ein, schauen die Verbrecher über die Kamera und den Funksender live zu. Von all dem merkt der Kunde nichts. Er erhält sein Bargeld und verlässt mit seiner EC-Karte die Bank. Inzwischen übertragen die Täter die ausgelesenen Daten auf eine leere Karte.

Die Opfer schöpfen keinen Verdacht, sie haben ihre Original-Karte schließlich noch. Erst beim Blick auf den nächsten Kontoauszug kommt das böse Erwachen. Das Konto wird von den Tätern im Ausland geplündert: Hierzulande prüfen die Geldautomaten die Echtheit der EC-Karte über ein weiteres Sicherheitsmerkmal auf der Karte, in Polen, Spanien oder den Niederlanden findet dieser Test aber nicht statt.

Skepsis bei Veränderungen

Um den Raub der sensiblen Daten zu verhindern, rät die Polizei zum sorgsamen Umgang mit der Pin: Verdecken Sie die Pin-Eingabe am Geldautomaten, indem Sie die andere Hand als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten. Achten Sie auch auf die Tastatur selbst. In einigen Fällen wurde auch diese manipuliert, um an die Geheimzahl zu gelangen. Auf keinen Fall darf die Ziffernfolge am Eingang der Bank abgefragt werden: Zwar ist es üblich, die EC-Karte als Türöffner für den Schaltervorraum zu verwenden, es wird aber nie nach der Pin verlangt.

Seien Sie insbesondere skeptisch, wenn der Geldautomat anders aussieht als gewöhnlich. Benachrichtigen Sie dann sofort die Polizei. Lassen Sie Ihre Karte zur Sicherheit sperren, vor allem dann, wenn der Abbuchungsvorgang ungewöhnlich lang dauert oder Sie zum mehrmaligen Eingeben der Geheimnummer aufgefordert wurden. Wer Opfer einer Automaten-Manipulation geworden sein, bekommt laut DSGV den Schaden ersetzt. (nz)

 
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