06. Sep 2004 16:15
Für die meisten Internetnutzer stehen Information und Kommunikation im Vordergrund. Pro Sitzung werden jedoch nur wenige Websites besucht, so eine Studie.
In Deutschland steigt die Zahl der Internetnutzer weiter. Im Vergleich zum Jahre 2000 seien derzeit 35,7 Millionen Erwachsene online, teilten ARD und ZDF am Montag als ein Ergebnis der «Online Studie 2004» in Wiesbaden mit. Das entspreche 55,3 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Besonders hohe Zuwachsraten seien in den neuen Bundesländern festzustellen. Dort habe sich die Nutzung fast an das Niveau der alten Länder angeglichen. Nach wie vor werde das Internet am häufigsten von 14- bis 19-Jährigen genutzt, hieß es. Hier seien 94,7 Prozent online. Dagegen hätten nur 14,5 Prozent der Über-60-Jährigen Internetzugang. Insgesamt sind die Nutzer der Studie zufolge weniger bereit, für Online-Angebote zu bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft sank von 27 Prozent im Jahre 2001 auf 18 Prozent im Jahr 2004.
Die Internetnutzer suchen laut der Studie vor allem Spezialisten für bestimmte Themenbereiche. Dies gelte für Nachrichtenanbieter und Ratgeberseiten. Die meisten Nutzer entschieden sich dabei immer gezielter für bestimmte Angebote: Die Zahl der je Sitzung aufgerufenen Seiten ist den Angaben zufolge gesunken. Im Schnitt würden jeweils 5,5 Seiten aufgerufen. Vor vier Jahren waren es rund sieben Seiten. Weiteres Ergebnis: Die Zeit, die die Deutschen dem Internet widmen, ist 2004 erstmals gesunken. Im Schnitt verbringt jeder Erwachsene täglich 43 Minuten im Internet. Vor einem Jahr waren es noch 45 Minuten. Dagegen sei der Fernsehkonsum weiter angestiegen, hieß es. Die Radionutzung bleibe stabil. Eine Verdrängung der anderen elektronischen Medien durch das Internet finde also nicht statt, so die Studie. (nz)