Netzbetreiber bauen Kostenfallen ins Handy ein
10.06.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Für diese teuren Dienste, zu denen beispielsweise E-Mail-Dienste von Netzbetreibern zählen, müssen die Nutzer kräftig zahlen. Oftmals weigern sich die Betreiber auch, die Dienste zu sperren.
Genau das versuchen die Betreiber mit den teuren Diensten. Die Telefone werden dazu an die Netzbetreiber-Dienste angepasst. Fachleute nennen das «Branding» - was im Marketing-Jargon so viel wie «brandmarken» heißt. Bei den Geräten, die speziell auf die Dienste des Betreibers eingestellt sind, wird auf Tastendruck eine kostenpflichtige Verbindung hergestellt beim unbehandelten Handy öffnet sich mit demselben Tastedruck nur das Benutzermenü.
Solche präparierten Geräte erkennt der Kunde nicht unbedingt. Häufig klebt aber ein Logo vom Betreiber auf dem Gerät. «Wer sich nicht sicher ist, ob sein Handy manipuliert ist, sollte eine Filiale seines Netzbetreibers aufsuchen», sagte Peter Knaak von der Stiftung Warentest der Netzeitung. «Auch ein Blick in die Benutzeranleitung genügt. Dort steht in der Regel, dass bestimmte Tasten kostenpflichtige Dienste auslösen.»
Betroffen sind außerdem nicht alle Handys und alle Betreiber. Nokia hat sich mit dem Branding in der Vergangenheit zurückgehalten und die Telefone nicht präpariert. «Der Trend geht aber eindeutig dahin. Nokia kann sich dem nicht lange entziehen», warnte der Verbraucherschützer. «Besonders aktiv ist Vodafone. Deren Telefone sind in der Regel präpariert.» Allerdings seien nur neuere Telefone betroffen, die in den vergangenen Monaten über den Ladentisch gegangen sind.
Ob das Angebot einiger Fachhändler, die Telefone in den Ursprungszustand zu versetzen und die Originalsoftware wieder aufzuspielen, auch hält, was es verspricht, sei nicht sicher. «Es gibt keine Gewähr für solche Angebote. Tests, ob auch wirklich keine kostenpflichtigen Dienste mehr voreingestellt sind, wurden bisher nicht durchgeführt», warnte Knaak.
Für das Web ediert von Markus Scheffler

