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Alcopos werden ab Juli deutlich teurer

06. Mai 2004 15:56, ergänzt 16:31
Alcopops gefährden angeblich besonders Jugendliche
Die Bundesregierung hat eine Strafsteuer für Alcopops beschlossen. Außerdem ist künftig der Verkauf von kleinen Zigarettenschachteln verboten.

Die so genannten Alcopops werden künftig deutlich teurer. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz, das eine Sondersteuer auf alkoholhaltige Mixgetränke auf Basis von Branntwein vorsieht. Außerdem ist der Vertrieb von Zigarettenschachteln mit weniger als 17 Stück in Zukunft verboten. Damit solle der billige Einstieg in die Nikotinsucht verhindern werden.

Eine 275 Milliliter-Flasche der Mixgetränke wird vom 1. Juli an um rund 84 Cent teurer. Der genaue Aufpreis richtet sich nach dem Alkoholgehalt. Außerdem müssen die Flaschen von Juli an einen Hinweis darauf tragen, dass der Verkauf von Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist.

Einnahmen für Suchtprävention

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Die Regierung erwartet unter dem Strich Mehreinnahmen aus der Sondersteuer von sechs Millionen Euro in diesem und zwölf Millionen in den kommenden Jahren. Das Geld soll in die Suchtprävention fließen.

Der Ausschank und der Verkauf von Branntwein an Minderjährige war zwar bislang schon verboten. Dennoch finden die Mixgetränke mit einem Alkoholgehalt, der dem von bis zu zwei Schnäpsen entspricht, bei Jungen und Mädchen einen rasanten Absatz. Der Verkauf von Bier und Wein an Jugendlichen ab 16 Jahren bleibt hingegen weiterhin erlaubt.

Billiger Einstieg in den Alkoholismus

Die Bundesregierung argumentiert, Alcopos werden von den Herstellern gezielt an Jugendliche vermarktet. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werde jede zweite der Flaschen an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren verkauft. Durchschnittlich trinke jeder in dieser Altersgruppe einmal im Monat Alcopos.

Hersteller kündigen Klage an

Der Einzelhandel hatte bereits in der Vergangenheit gegen die Sondersteuer protestiert und sieht darin einen Verstoß gegen das Grundgesetz. Die Spirituosenindustrie will gegen die Sondersteuer auf alkoholhaltige Mischgetränke klagen. «Es wird auf jeden Fall eine Klage geben», sagte ein Sprecher von Diageo Deutschland dem «Tagesspiegel», wie die Zeitung vorab berichtet. Diageo stellt eine wodkahaltige Limonade her und ist daher von der am Donnerstag im Bundestag beschlossenen Strafsteuer betroffen.

Ob Diageo selbst, ein anderer Hersteller oder der Spirituosenverband klagen wird, ließ der Sprecher offen. Die Industrie hält die neue Steuer für ungerecht und sieht darin eine Ungleichbehandlung mit anderen alkoholhaltigen Getränken.(nz)

 
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