Vor Glühlampenverbot: 

netzeitung.deSchlecht beraten beim Lampenkauf

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Bei Energiepsarlampen gelten andere Wattzahlen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bei Energiepsarlampen gelten andere Wattzahlen
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Wer beim Kauf von Energiesparlampen auf eine erleuchtende Beratung hofft, wird oft enttäuscht. Im Test zeigten viele Verkäufer, dass sie nur wenig Erhellendes zu sagen hatten - dabei ist der Umgang mit den Leuchtkörpern nicht ohne.

Jeder dritte Verkäufer von Energiesparlampen lässt seine Kunden bei Nachfragen im Dunkeln stehen. Das hat ein Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in 222 Geschäften ergeben. Danach wussten gerade zwei Drittel der Verkäufer, dass beim Austausch einer 100-Watt-Glühlampe mindestens eine 20-Watt- Energiesparlampe für das rechte Licht sorgen muss.

Dunkle Schatten gab es auch bei der Frage zum Umweltschutz, berichteten die Verbraucherschützer am Donnerstag in Düsseldorf. In 30 Prozent der getesteten Geschäfte wussten die Verkäufer demnach nicht, dass Energiesparlampen wegen des Quecksilberanteils unbedingt in den Sondermüll gehören. Am schlechtesten war die Beratung den Angaben zufolge in Drogerien, Supermärkten und bei Discountern. Am besten schnitten erwartungsgemäß Lampenfachgeschäfte ab.

Verbot wird stufenweise ausgeweitet
Die Verbraucherzentrale NRW kommt zu dem Schluss, dass der Handel schlecht auf das Glühlampenverbot vorbereitet ist, das vom kommenden Dienstag an greift. Sie verweist darauf, dass klare Glühlampen ab 100 Watt aufwärts sowie alle matten Glühlampen EU-weit nicht mehr in den Handel gebracht werden dürfen. Stufenweise wird das Verbot ausgeweitet.

«Mit Blick auf die Umwelt und unter dem Kostenaspekt ein richtiger Schritt», sagte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Tausche ein Haushalt nur eine herkömmliche 100-Watt-Glühlampe gegen eine 20-Watt-Energiesparlampe mit gleicher Lichtausbeute aus, spare er auf die durchschnittliche Lebensdauer der Lampe von 10.000 Stunden gerechnet rund 175 Euro Stromkosten. Die Umwelt werde mit einer Viertel Tonne Kohlendioxid weniger belastet.

Der Beschluss der EU-Kommission, die Glühlampe in Europa abzuschaffen, ist von verschiedenen Seiten scharf kritisiert worden. Mediziner warnten vor wenigen Tagen vor erheblichen Gesundheitsrisiken. So sei ein höheres Risiko für Brust- und Prostatakrebs möglich. Ein Augenarzt warnte, das durch das Licht der Energiesparlampen vermehrt Fälle einer altersbedingten Degeneration der Makula, eines wichtigen Teils der Netzhaut, auftreten könnten.
FDP sieht Bürger bevormundet
Die EU-Kommission wies die Vorwürfe zurück und sprach von Panikmache. Eine «normale Nutzung fluoreszierender Leuchten» bringe keine Gesundheitsgefahren mit sich, sagte ein Sprecher. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hält den Einsatz von Sparlampen im Haushalt für unbedenklich.

Die Liberalen empörten sich derweil darüber, dass die EU nicht dem Verbraucher die Wahl lässt, für welche Art der Beleuchtung er sich entscheiden will: «Dass eine EU-Behörde vorschreibt, welche Produkte überhaupt erhältlich sind, ist eine Bevormundung der Bürger», sagte die FDP-Europaabgeordnete, Silvana Koch-Mehrin, am Dienstag in Berlin. Die Wahl zwischen einer Glühbirne und einer Energiesparlampe sei die freie Entscheidung der Verbraucher, die dafür auch selber die Konsequenzen tragen müssten. «Die Bürger zahlen ihre Stromrechnung selber und werden dann schon die richtige Entscheidung treffen.» (dpa/nz)