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Auf gleicher Augenhöhe 

Lupe Aufrecht ins Mitarbeitergespräch

Keine Demutshaltung, keine Opfer- Rolle: Experten raten, selbstbewusst in ein Mitarbeitergespräch zu gehen. Es ist zudem keine Einbahnstraße: Der Beschäftigte sollte vorab überlegen, welche Themen er ansprechen möchte.

Bei einem Mitarbeitergespräch ist es wichtig, sich auf gleicher Augenhöhe zu unterhalten. «Man darf sich nicht als Opfer fühlen und schon eine Woche vorher Angst davor haben», sagte die Diplom-Betriebswirtin Christine Weiner dem dpa-Themendienst.

«Das führt nur dazu, dann im Gespräch eine Demutshaltung einzunehmen und sich wie ein Achtjähriger zu fühlen», sagte die Expertin, die in Mannheim als Coach und Unternehmensberaterin arbeitet. «Aber in der Position ist man ein schlechter Verhandler.» Bei einem Mitarbeiter- oder Zielgespräch, wie es inzwischen in vielen Betrieben zum Beispiel einmal im Jahr üblich ist, unterhielten sich schließlich zwei erwachsene Menschen - und beide sollten sich auch so fühlen.

Hilfreich sei, sich auf das Gespräch rechtzeitig vorzubereiten und die Gesprächsführung nicht einfach dem Chef zu überlassen. «Man kann auch eine Liste machen mit Punkten, über die man sprechen möchte und über Fragen, die man hat», empfahl Weiner. Es sei nicht verkehrt, den Zettel ins Gespräch mitzunehmen und ihn nicht zu verstecken: «Der Chef weiß dann, ich habe mich vorbereitet.» Und er rechne damit, dass der Mitarbeiter ebenfalls Themen hat, die er besprechen will.

Sicherheitshalber kann der Betreffende am Anfang kurz darauf hinweisen, dass er über einzelne Punkte gerne reden will - schon damit nicht der Vorgesetzte den Zeitrahmen weitgehend für sich ausschöpft und dann plötzlich weg muss. Mitarbeiter sollten sich außerdem Gedanken machen, was und wie sie es sagen wollen. «Sonst geht es einem so wie beim Arztbesuch: Erst wenn man aus dem Behandlungszimmer wieder draußen ist, fällt einem ein, was man fragen oder anmerken wollte.»

Insbesondere wenn schwierige Themen anstehen oder mit Kritik vom Chef zu rechnen ist, seien Mitarbeiter gut beraten, zu überlegen, wie sie darauf reagieren könnten. «Am besten sind konstruktive Vorschläge», empfahl Christine Weiner. Wenn der Chef zum Beispiel bemängelt, dass die Verkaufszahlen in den Keller gegangen sind, macht ein Vorschlag, was sich dagegen tun lässt oder genaues Nachfragen, was die Erwartung ist, viel mehr Eindruck als der Versuch, das Problem kleinzureden oder abzuwimmeln. (dpa-tmn)