Foodwatch warnt vor «Capri-Sonne» & Co: 

netzeitung.deFruchtsaft, komplett mit «Alibi»-Funktion

 Herausgeber: netzeitung.de

Website von "Capri-Sonne" (Foto: NZ-Screenshot<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Website von "Capri-Sonne"
Foto: NZ-Screenshot
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Fruchtsaftgetränke für Kinder wie etwa «Capri-Sonne» sind laut den Verbraucherschützern von Foodwatch nur «gezuckertes Wasser» voller Aromastoffe. Die Kalorienbomben seien mitverantwortlich für übergewichtige Kids.

Fruchtsaftgetränke für Kinder sind angeblich nicht gesünder als Limonaden. «Letztlich ist das nichts anderes als Brause: gezuckertes Wasser», sagte Anne Markwardt von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Für den Geschmack sorgten allein die Aromastoffe. Foodwatch weist auf der Seite Abgespeist.de auf irreführende Etikettierungen von Nahrungsmitteln hin.
Nur Alibimenge Fruchtsaft
Anfang dieser Woche hatte die Verbraucherorganisation die Inhaltsstoffe von «Capri Sonne» ins Visier genommen. Im Grunde sei schon der Begriff «Fruchtsaftgetränk» eine Irreführung. Denn der Fruchtgehalt müsse beispielsweise bei Getränken mit Zitrusfrüchten nur sechs Prozent betragen - eine «minimale Alibimenge», kritisierte Markwardt. Der Geschmack komme allein von den Aromastoffen. Das Problem sei, dass Fruchtsaftgetränke den Eindruck vermittelten, dass sie gesunde Durstlöscher seien.
Kritik an Capri-Sonne
Bei Limonade wüssten die meisten Eltern dagegen, dass sie viel Zucker enthalten. Der Zuckergehalt vieler Fruchtsaftgetränke sei aber nicht niedriger. So stecken nach Angaben von Foodwatch in einer Packung «Capri-Sonne» sechseinhalb Stück Würfelzucker. Damit gehörten Fruchtsaftgetränke zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Übergewicht bei Kindern. Der «Capri-Sonne»-Hersteller Deutsche SiSi- Werke in Eppelheim bei Heidelberg entgegnete in einer Mitteilung vom Dienstag, dass reiner Fruchtsaft die gleiche Menge Zucker enthalte.

Das sei richtig, sagte Markwardt. Deshalb eigne sich reiner Fruchtsaft aber auch nicht als Durstlöscher. Stattdessen empfiehlt sie stark verdünnte Fruchtsaftschorlen in einem Verhältnis von drei Teilen Wasser zu einem Teil Fruchtsaft. Fruchtsaftgetränke, bei denen der Zucker durch Süßstoffe ersetzt wird, seien dagegen nicht viel besser als ihre zuckrigen Verwandten. «Süßstoffe gewöhnen Kinder an den süßen Geschmack und machen dazu noch hungrig.» (dpa)