Vereiste Straßen keine Entschuldigung: 

netzeitung.deAuch im Winter muss man pünktlich zur Arbeit

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Im Winter braucht man länger zur Arbeit - das muss man berücksichtigen. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Im Winter braucht man länger zur Arbeit - das muss man berücksichtigen.
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Der Chef darf erwarten, dass man pünktlich am Arbeitsplatz erscheint - auch bei Schnee und Eis. Notfalls muss man eben früher aus dem Haus. Allerdings: Bei überraschendem Schneesturm ist eine Abmahnung überzogen.

Der Winter stellt viele Pendler derzeit vor Probleme – vereiste Straßen sind aber keine Entschuldigung für ein Zuspätkommen im Job. «Der Arbeitnehmer trägt das sogenannte Wegerisiko. Das heißt, er muss sich selbst darum kümmern, wie er rechtzeitig zur Arbeit kommt», sagte der Rechtsanwalt Stefan Lunk aus Hamburg am Mittwoch dem dpa-Themendienst.

Auch eingefrorene Weichen bei der Bahn taugten daher nicht als Ausrede für einen verspäteten Arbeitsbeginn, erläuterte Lunk, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) in Berlin ist. Ärger droht Nachzüglern in Büro und Werkhalle vor allem, wenn die schlechten Straßenverhältnisse vorhersehbar waren: «Der Arbeitgeber darf erwarten, dass seine Angestellten den Wetterbericht verfolgen und sich darauf einstellen», sagte der Jurist.

Arbeitnehmer müssten bei winterlichen Vorhersagen also früher aufstehen und zur Arbeit losfahren. Anderenfalls müssen sie bei zu spätem Erscheinen zum Dienst mit Lohnkürzungen für die fehlende Arbeitszeit rechnen oder die Zeit gegebenenfalls nach Absprache mit ihrem Chef nacharbeiten. Schlimmstenfalls drohe Angestellten in solchen Fällen sogar eine Abmahnung, sagte Lunk.

Allerdings gilt auch hier der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Bei einmaligen Verspätungen oder wenn Beschäftigte wegen eines unvorhersehbaren Schneesturms nicht rechtzeitig zum Dienst kommen, dürfe kaum ein Arbeitgeber so hart reagieren, schränkte Lunk ein. Abmahnungen könnten also «höchstens diejenigen treffen, die im Winter regelmäßig zu spät erscheinen und dann stets mit derselben Ausrede ankommen, dass ihr Auto nicht angesprungen ist». (dpa)