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Nur Gaspreis geht runter: 

Stromkunden steht «Erhöhungswelle» ins Haus

26. Nov 2008 12:50
Die Strompreise steigen im Schnitt um 8,5 Prozent.
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Gas wird wegen des gefallenen Ölpreises billiger. Ein schwacher Trost für sehr viele Stromkunden, denn sie müssen ab Januar deutlich drauflegen: Mitten in der Rezession heben über 350 Anbieter die Preise an.

Der Ölpreis ist im Zuge der Finanzkrise deutlich gesunken – Energie wurde billiger, hieß es. Alle Energie? Offensichtlich nicht, denn mitten in der Rezession steht den Deutschen eine Welle von Strompreiserhöhungen ins Haus. Auf breiter Front heben die Anbieter die Preise an, wie das unabhängige Verbraucherportal Verivox am Mittwoch in Heidelberg mitteilte.

Demnach erhöhen zum 1. Januar 354 Versorger ihre Preise im Schnitt um 8,5 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute dies zusätzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro pro Jahr, hieß es. Von den Strompreiserhöhungen seien mehr als 14 Millionen Haushalte betroffen, auf die eine jährliche Mehrbelastung von mehr als eine Milliarde Euro zukomme. «So eine Erhöhungswelle auf einen Schlag haben wir noch nicht erlebt», sagte der Chef der Verivox-Energieabteilung, Peter Reese, in der «Bild»-Zeitung.

Grund: Höhere Preise an der Strombörse

Bislang waren es vor allem kleinere Anbieter, die Strompreiserhöhungen angekündigt haben. Am Dienstag hatte aber auch der Energiekonzern Eon mitgeteilt, er hebe zum 1. Februar die Strompreise an. Seine sieben Regionalversorger erhöhen demnach ihre Tarife um 7,2 bis 9 Prozent. Dies mache bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden einen Aufschlag von etwa 62 bis 71 Euro aus. Auch der Konzern RWE erhöht die Strompreise. Bei den Töchtern RWE Rhein-Ruhr und Westfalen-Weser-Ems ziehen die Preise zum 1. April um durchschnittlich 6,8 Prozent an. Damit müssen Verbraucher hier rund 54 Euro im Jahr draufzahlen.

Als Grund für die Erhöhung geben die Konzerne gestiegene Beschaffungskosten an. Denn die Versorger kaufen ihren Strom langfristig im Großhandel ein, wo der Preis unter anderem von den Kosten für Gas und Kohle beeinflusst wird und an der Strombörse EEX in Leipzig entsteht. Wie das «Handelsblatt» berichtet, wurden die Stromlieferungen für 2009 seit dem Sommer 2007 am Terminmarkt geordert – bis zum ersten Halbjahr 2008 stieg der Preis für eine Megawattstunde an der EEX aber von rund 55 Euro auf bis zu über 90 Euro.

Das mag zwar nachvollziehbar klingen – aber man könne die Verbraucher nicht für die falsche Einkaufspolitik verantwortlich machen, sagte der Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Holger Krawinkel. Dem Verbraucher seien die Erhöhungen nicht zu vermitteln. Das Verbraucherportal Verivox rät den betroffenen Kunden, einen Wechsel des Anbieters in Betracht zu ziehen. «Würden alle Kunden den günstigsten Stromtarif wählen, könnten in Deutschland etwa zehn Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden», rechnet Verivox vor. Noch 38 Prozent der privaten Haushalte bezögen Strom nach den teuren Grundversorgungstarifen der örtlichen Versorger.

Ölpreisverfall hilft Gaskunden

Während der Strompreis steigt, können sich zumindest Gaskunden freuen: Auf sie kommen niedrigere Preise zu. Deutschlands größter Gasimporteur Eon Ruhrgas senkt die Preise für Lieferungen an Stadtwerke zum 1. Januar. Die Endkundentarife der sechs Eon-Regionalversorger sollen ab 1. Februar um durchschnittlich rund vier Prozent fallen. RWE macht Gas bereits ab dem 1. Januar billiger. Auch Energie Baden-Württemberg (EnBW) sowie mehrere Stadtwerke hatten Preisabschläge angekündigt.

Die Gaskunden profitieren von den gesunkenen Mineralölpreisen, an die der Gaspreis mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr gekoppelt ist. «Wenn der Ölpreis auf niedrigem Niveau bleibt, werden wir die Preise im Frühjahr noch weiter senken», kündigte ein Eon-Sprecher an. Da der Ölpreis im Zuge der Finanzkrise um fast zwei Drittel gefallen ist, könnte die Absenkung im Frühjahr höher ausfallen als zu Jahresbeginn. Allerdings: Zum 1. Dezember erhöht Eon erst einmal den Gaspreis um bis zwölf Prozent, was der Konzern mit dem Öl-Rekordpreis im Sommer erklärt. (nz)

 
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