30.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Hausbau
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Pleite einer deutschen Hypothekenbank hätte für den Häuslebesitzer kaum Folgen, beruhigen Experten nach dem Wanken der Hypo Real Estate. Am Ende der Zinsbindung könnte sich aber ein Problem ergeben.
Selbst wenn im Sog der weltweiten Finanzkrise auch in Deutschland eine Hypothekenbank Pleite gehen sollte für den einfachen Häuslebesitzer mit Immobilienkredit hätte das nach Ansicht von Finanzexperten zunächst keine gravierenden Folgen. «Auch wenn der Vertragspartner dann möglicherweise ein anderer wird, ändert sich nach der Pleite einer Bank am Kreditvertrag sonst grundsätzlich nichts», sagte Immobilienexperte Jörg Sahr von der Zeitschrift «Finanztest» der Nachrichtenagentur AP.
Wenn der Kunde regelmäßig und pünktlich seine Raten zahle, sei er während der Zinsbindung sicher. Auch der Insolvenzverwalter der bankrotten Bank dürfe die Kredite nicht pfänden. Problematisch könnte es zum Ende der Zinsbindung werden vor allem wenn der neue Kreditbesitzer kein Interesse an einer langfristigen Kundenbindung habe. Hier empfehle es sich, die Bank zu wechseln, sagt Sahr. Das sei in der Regel auch kein Problem, wenn sich die Bonität oder der Wert der Immobilie nicht verschlechtert hätten.
Entwicklung spricht nicht gegen Kauf einer Immobilie Auch wer sich in nächster Zeit eine Immobilie zulegen möchte, sollte sich von der derzeitigen Krise nicht irritieren lassen. Denn grundsätzlich da sind sich Finanzbranche und Verbraucherschützer einig ist die Kreditvergabe in Deutschland besser abgesichert als in den USA.
Zudem sind Verbraucher seit dem im Juni vom Bundestag verabschiedeten Risikobegrenzungsgesetz besser vor dem Missbrauch beim Verkauf von Immobilien-Krediten an Investoren geschützt. Im Gegensatz zu den USA hat es in Deutschland auch keine Preisexplosion bei Privatimmobilien gegeben und die Zinsen befinden sich hierzulande mit Bestsätzen von weniger als fünf Prozent langfristig gesehen noch immer in einem günstigen Bereich.
Trotzdem fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), dass auch in Deutschland wieder mehr Transparenz und Verantwortung in den Markt zurückkehren müsse. Bei der Kreditvergabe sei es wichtig, dass Bonität des Schuldners und Risiko der Investition in einer vernünftigen Relation zueinander stehen, sagt VZBV-Bankenexperte Frank-Christian Pauli. Deswegen rät Pauli jedem, der den Kauf einer Immobilie erwägt, besonnen vorzugehen, und bei einer unabhängigen Beratung der Verbraucherzentralen vor Ort individuell prüfen zu lassen, was er sich leisten kann und was nicht. (Stephan Köhnlein, AP)