Geldanlage im Angesicht der Krise: 

netzeitung.deExperten raten vorsichtigen Sparern zu Festgeld

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Wohin mit dem Erspartem? In der Bankenkrise ist die Verunsicherung groß. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wohin mit dem Erspartem? In der Bankenkrise ist die Verunsicherung groß.
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Mit der anhaltenden Finanzkrise ist das Vertrauen der Anleger erschüttert - mancher würde wohl am liebsten sein Geld einfach unter die Matratze legen. Finanzexperten geben Tipps, wo man sein Geld derzeit am sichersten anlegt.

Sparer stehen angesichts der zugespitzten Finanzkrise vor der Frage, wo sie ihr Geld eigentlich noch sicher anlegen können. Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift «Finanztest», raten zu Tages- und Festgeld oder Sparbriefen.
Wo können Sparer ihr Geld im Moment am sichersten anlegen?
Wer in Zeiten der Bankenkrise auf Nummer sicher gehen will, kann sich nach Einschätzung der Experten in Bundeswertpapiere flüchten. Schließlich bürgt dabei der Staat mit seinem Vermögen und Steueraufkommen. Nauhauser empfiehlt unter den verschiedenen Staatspapieren die Tagesanleihe: «Sie ist im Moment attraktiv verzinst, birgt keine Kursrisiken und man kann jederzeit raus.»
Sind nur noch Staatspapiere sicher?
Bei Summen bis 20.000 Euro ist es Nauhauser zufolge nicht notwendig, diese sicherste Form zu wählen. Denn bis zu diesem Betrag hat jeder Bankkunde gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung von 90 Prozent der Einlagen. Zusätzlich sind alle großen Banken in freiwilligen Sicherungssystemen, den Einlagen- oder Garantiefonds. «Bei kleinen Banken muss man das prüfen», sagt Tenhagen.

Wer auch der Einlagensicherung misstraut, kann alles über 20.000 Euro in Staatspapieren anlegen - Nauhauser hält Zweifel aber für unbegründet: «Kleine Banken werden sicher aufgefangen, bei großen wird der Staat einspringen.»

Was sind weitere sichere Anlagen?
Je nach persönlichen Voraussetzungen empfehlen die Experten Sparern, die großen Wert auf Sicherheit legen, Tages- oder Festgeld und Sparbriefe. «Was man braucht, wenn das Auto kaputt geht, sollte man als Tagesgeld anlegen», rät Tenhagen. Bei dieser Anlageform ist das Ersparte jederzeit verfügbar.

«Bei Festgeld kann man im Moment ein paar Zehntel-Prozentpunkte mehr rausholen», sagt Nauhauser. Allerdings kommt es hier auf die Laufzeit an, wann der Sparer Zugriff hat. Für Laufzeiten von über einem Jahr bieten sich den Experten zufolge Sparbriefe an.

Wie sind die Konditionen zurzeit?
Die Sparer können von der Bankenkrise sogar profitieren. Denn weil sich die Banken misstrauen und gegenseitig kein Geld mehr leihen, werben sie mit höheren Zinsen um das Geld der Privatanleger. Beim Tagesgeld sind nach Angaben von Nauhauser aktuell Zinssätze von vier oder fünf Prozent drin, beim Festgeld bis zu 5,5 Prozent.

Bei den Bundeswertpapieren brächte die Tagesanleihe etwa vier Prozent. Auch hier können Sparer durchaus einen Vorteil aus der Finanzkrise ziehen: Die Tagesanleihe orientiert sich laut Nauhauser an den Zinssätzen für die Banken, wenn diese sich Geld leihen. «Finanztest» vergleicht in jedem Heft die Konditionen verschiedener Anlageformen.

Von welchen Anlageformen ist momentan eher abzuraten?
«Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte von Zertifikaten jetzt die Finger lassen», warnt Verbraucherschützer Nauhauser. Zertifikate seien außer bei Volksbanken weder über die freiwilligen noch über die gesetzlichen Sicherungssysteme abgedeckt. Dies gelte auch für Garantiezertifikate. Deren Garantie sei nichts mehr wert, wenn die Bank pleitegehe.

Auch von Investmentfonds rät Nauhauser vorsichtigen Sparern eher ab. Sie seien zwar Sondervermögen, fielen bei einer Bankpleite also nicht unter die Konkursmasse, seien aber anfällig für Wertschwankungen. (Samuel Heller, AP)