Urlaub: So fahren Sie richtig versichert in die Ferien11. Jul 2008 11:45  |  Urlauber am Strand von El Arenal auf der Insel Mallorca | Foto: dpa |
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Wenn einer eine Reise tut... dann kann ihm viel passieren. Deshalb bieten vor allem Reisebüros gern «All-in-one»-Versicherungspakete an. Doch der Rundum-Schutz ist oft unnötig - manche Policen aber schon. Die Netzeitung gibt Tipps.
Ob ein verlängertes Wochenende oder drei Wochen: Wer in die Ferien fährt, freut sich auf erholsame Tage und viel Spaß am Urlaubsort. Dennoch gehört vor allem bei Reisen in ferne Länder neben der richtigen Bekleidung oder Sonnencreme auch eine Auslands-Krankenversicherung ins Gepäck.
Gesetzlich Versicherte sollten sich dabei nicht von der «Europäischen Krankenversicherungskarte» täuschen lassen, die auf der Rückseite der Chipkarte zu finden ist. Sie ersetzt zwar den früheren Auslandskrankenschein (E 111) und erspart so bürokratischen Aufwand. Auch bekommen die in Deutschland gesetzlich Versicherten im Notfall während eines Urlaubs in EU-Ländern alle medizinisch notwendigen Leistungen wie die einheimischen Versicherten.
Auslands-Reisekrankenversicherung zu empfehlen Aber die Karte gilt eben nur in den EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Für andere beliebte Urlaubsländer wie die Türkei oder Kroatien gibt es Abkommen, die aber einen Auslandskrankenschein erfordern. Außerhalb Europas endet aber in jedem Fall der Versicherungsschutz der Karte – hier muss der Urlauber den Arztbesuch immer aus eigener Tasche bezahlen.
Doch auch in den geltenden Ländern deckt die Karte nicht sämtliche Kosten ab, die im Krankheitsfall im Urlaub entstehen könnten. Dazu zählen etwa Eigenbeteiligungen oder Zuzahlungen. Vor allem weisen die Krankenkassen darauf hin, dass der Krankenrücktransport in die Heimat nicht mitversichert ist. Daher führt kein Weg an einer zusätzlichen Police, der Auslands-Reisekrankenversicherung, vorbei, die sich auch noch kurz vor Abfahrt abschließen lässt.Sie ist eine Zusatzversicherung, die den medizinisch notwendigen Rücktransport sowie die komplette Kostenübernahme bei Behandlungen im Ausland garantiert. Angeboten wird sie von den Gesetzlichen Krankenkassen, aber auch vom ADAC oder von vielen privaten Versicherern. Eine Police gibt es schon für sechs Euro im Jahr für Singles, Familien können sich ab 14,50 Euro versichern. Die Stiftung Warentest hat 43 Angebote unter die Lupe genommen – fast die Hälfte erhielt die Bewertung «sehr gut», kein einziger Tarif schnitt schlechter als «befriedigend» ab.
Besser Finger weg von «All-in-one»-Paketen
Vorhandene Policen durchgehen!Grundsätzlich raten Verbraucherschützer zum Versicherungscheck vor Reiseantritt. Viele bereits abgeschlossenen Verträge enthalten schon Zusatzleistungen für den Urlaub – es lohnt sich zu prüfen, inwieweit die Leistungen für die anstehenden Ferien ausreichend sind.- » Stiftung Warentest zu weiteren Versicherungen für den Urlaub
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Vor dem Risiko, eine Pauschalreise aus wichtigem Grund nicht antreten zu können, schützt eine Reiserücktrittskosten-Versicherung. Diese gibt es auch mit Reiseabbruchversicherung. Allerdings ist zu einer solchen Police nur zu raten, wenn die geplante Reise teuer ist und sich die Versicherung etwa bei einer unerwarteten Krankheit wirklich lohnt. Das kann bei anfälligen Personengruppen – etwa Kindern oder älteren Reisenden – der Fall sein.Doch nicht nur Krankheit kann die Urlaubsfreude trüben. Auch gegen Unfälle oder Diebstähle ist man nicht gefeit. Deshalb bieten vor allem Reisebüros häufig «All-in-one»-Pakete an, die neben der Kranken- auch noch eine Rücktritts-, Gepäck-, Unfall- und Haftpflichtversicherung umfassen. Davon raten Experten aber in vielen Fällen ab. Der Rundum-Schutz ist in der Regel relativ teuer, und nicht jeder Bestandteil ist wirklich notwendig, so die Experten der Versicherten-Interessenvereinigung Geld und Verbraucher e.V. in Heilbronn.
Reisegepäck-Versicherung oft unnötig
Eine Privathaftpflicht-Police, die weltweiten Schutz gewährt, und eine private Unfallversicherung sollte man eigentlich immer und das ganze Jahr über haben, raten Experten. Häufig überflüssig seien etwa Reisegepäckversicherungen, ergänzt die Stiftung Warentest: Diese seien meist teuer und übernähmen Schäden nur unter strengen Auflagen, etwa nur für Gepäck, das sich in Gewahrsam eines Transportunternehmens oder Hotels befand. Wer eine Hausrat-Police hat, sollte zudem prüfen, ob darüber nicht auch das auf der Reise mitgeführte Hab und Gut versichert ist.
Wer vor Ort einen Mietwagen nimmt, ist oftmals mit den Versicherungsleistungen der Autovermietung nicht ausreichend geschützt. In Griechenland oder Spanien reichen die Leistungen unter Umständen nicht zur Deckung schwerer Schäden. Eine so genannte «Mallorca-Police» schafft da Abhilfe. Die muss aber nicht immer extra abgeschlossen werden. In vielen Kfz-Haftpflichttarifen ist dieser Schutz bereits inbegriffen. Fehlt er, lohnt es sich den Experten zufolge, ihn vor der Reise extra abzuschließen. Die Police gleicht die Differenz zwischen der ausländischen und der in Deutschland üblichen Deckungssumme aus.
Für das Web ediert von Matthias Breitinger |