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Reinbeißen besser als schlürfen: 

Ernährungsexperten raten von Smoothies ab

13. Mai 2008 16:09
Frisches Obst ist Smoothies vorzuziehen, raten Experten.
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Smoothies sind in: Die Werbung verspricht, mit dem sämigen Brei aus der kleinen Plastikflasche lasse sich ganz einfach der Tagesbedarf an Obst und Gemüse decken. Ernährungsberater sehen darin aber keinen gleichwertigen Ersatz.

Kein lästiges Schälen und Zerkleinern mehr – nur die Plastikflasche aufschrauben und den sämigen Obst- und Gemüsebrei genießen, der seit einiger Zeit unter dem Begriff «Smoothies» in Supermärkten erhältlich ist. Damit kann man leicht seinen Tagesbedarf an Obst und Gemüse decken, suggeriert die Werbung.

Doch Ernährungsexperten halten nicht viel von dem Trendprodukt: Smoothies seien kein dauerhafter Ersatz für frische Früchte und Rohkost, teilten mehrere Verbraucherzentralen am Dienstag mit. An Obst und Gemüse, das man richtig beißen und kauen muss, esse man länger und erziele dadurch einen größeren Sättigungseffekt. Außerdem liefern sie viele wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe.

Ganz davon abgesehen, dass man beim Obst- und Gemüsekauf günstige Saisonangebote aus der Region wählen kann. «Zu bedenken ist auch, dass Smoothies aufgrund ihres hohen Gehaltes an Fruchtzucker und wegen des hohen Energiegehaltes als Durstlöscher nicht geeignet sind, sondern eher einer kleinen Zwischenmahlzeit entsprechen», sagt Birgit Brendel, die Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Sachsen.

Völlig verteufeln wollen die Experten die Smoothies aber nicht: Der gelegentliche Griff zum Brei in kleinen Flaschen sei schon in Ordnung – wenn die Qualität stimmt. Hochwertige Produkte werden auf Basis von Fruchtmark und Fruchtpüree aus geschälten, entkernten Früchten hergestellt. Abgesehen vom Verlust wertvoller Inhaltsstoffe aus den Schalen blieben so die Nährstoffe weitgehend erhalten, so die Verbraucherzentralen.

Smoothies würden häufig aber auch aus Konzentrat hergestellt und enthalten dann weniger Vitamine oder Ballaststoffe. Der Einsatz von Konzentraten muss allerdings gekennzeichnet sein. «Wer Smoothies trinken möchte, sollte also auf die Zutatenliste achten und ein Produkt wählen, das zum größten Teil aus der kompletten Frucht, ohne Konzentrate hergestellt ist und keine Zusatzstoffe enthält», empfiehlt Brendel.

Wenn Smoothies auch noch mit Zucker, Verdickungsmitteln und Aromastoffen oder Vitaminen aufgepeppt wurden, sollte man die Finger vom Kauf lassen, rät die Berliner Verbraucherzentrale. Mitunter macht etwa der Stabilisator Pektin den flüssigen Brei sämiger. Für 100 Milliliter muss man zwischen 0,35 und 0,75 Euro zahlen, informiert die Verbraucherzentrale Sachsen. Damit seien die Trendprodukte im Vergleich zur entsprechenden Menge Obst oder Gemüse zum Teil deutlich teurer.


 
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