22.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Die Wall Street hat am Montag deutlich schwächer geschlossen. Händler erklärten dies mit dem schwachen Dollarkurs.
Belastet von den Dollarverlusten haben die US-Aktien am Montag zum Handelsende weiter verloren. Der Standardwerte-Index Dow Jones
verlor 1,1 Prozent auf 9535 Punkte. Der Composite Index an der Technologiebörse Nasdaq
gab sogar 1,6 Prozent auf 1874 Zähler nach. Am Freitag hatte der Dow 0,1 Prozent, der Nasdaq Composite 0,2 Prozent verloren.
Größte Verlierer im Dow waren die Aktien von Hewlett Packard, Microsoft und Alcoa. Im Standardwerte-Index legten einzig die Titel von AT&T, Eastman Kodak, Coca-Cola und 3M zu.
An der Nasdaq verbuchten Applied Materials und Nvidia die stärksten Verluste mit einem Abschlag von jeweils rund vier Prozent. Zuwächse konnte keines der im Nasdaq geführten Unternehmen verzeichnen.
Dollar auf Talfahrt Der Dollar hatte im internationalen Devisenhandel kräftig verloren, nachdem die sieben führenden Industrienationen (G7) bei ihrem Treffen in Dubai stärker an den Märkten orientierte Wechselkurse gefordert hatten. Bei Devisenhändlern stärkte dies die Vermutung, Japan könne von seiner Politik des schwachen Yen abrücken. Ein Dollar kostete knapp 1,15 Euro oder 112 Yen.
Motorola-Chef zurückgetretenGegen den Trend stieg der Aktienkurs des weltweit zweitgrößten Handy-Herstellers Motorola zeitweise um 9,2 Prozent. Zahlreiche Banken hatten am Montag mit Heraufstufungen auf die Nachricht reagiert, dass Motorolas umstrittener Vorstandschef und Gründerenkel Christopher Galvin zurückgetreten sei. Merrill Lynch stufte den Titel auf «Buy», Soundview auf «Outperform» herauf.
EMI bietet für Warner MusicDer britische Musikkonzern EMI hat einem Pressebericht zufolge für die Musiksparte des US-Medienkonzerns Time Warner 1,6 Milliarden Dollar geboten. Wie die «Financial Times» (FT) am Montag berichtete, bot EMI-Chef Eric Nicoli in einem Brief an Time-Warner-Chef Richard Parsons in einer ersten Offerte bis zu einer Milliarde Dollar in bar sowie 600 Millionen Dollar in EMI-Aktien.
Das britische Unternehmen bestätigte die Verhandlungen mit Time Warner. Die Gespräche seien aber nicht exklusiv und noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es in London.
New Yorker Börse erhält InterimsvorsitzendenDie New Yorker Börse hat am Sonntag John Reed zu ihrem Übergangsvorsitzenden bestimmt. Der frühere Vorsitzende der Citigroup tritt damit die Nachfolge von Richard Grasso an, der in der vergangenen Woche zurückgetreten war. Zuvor war Grasso wegen seines Gehalts in Höhe von 139,5 Millionen Dollar scharf kritisiert worden.
Reed wird den Angaben zufolge seine Arbeit am 30. September aufnehmen. Er wolle aber bereits am Montag erste Gespräche mit anderen Vorstandsmitgliedern der Börse führen, sagte er. (nz)