Aber trüber Ausblick für 2010:
Handel erwartet nur geringes Minus im Advent
12.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Zudem ist der HDE für das Weihnachtsgeschäft nicht mehr so pessimistisch wie zuvor. Laut HDE-Präsident Josef Sanktjohanser war ursprünglich wegen des prognostizierten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen ein noch stärkerer Einbruch gegenüber November/Dezember 2008 befürchtet worden. Diese Sorge habe sich aber nicht bestätigt.
Der Optimismus der Branche scheint berechtigt: Laut einer am Donnerstag in München veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte plant jeder Bürger im Schnitt 485 Euro für das Fest ein, das sind über 80 Euro mehr als 2008. Zwei Drittel der Befragten wollen genauso viele Menschen beschenken wie letztes Weihnachten, immerhin 13 Prozent sparen gegebenenfalls bei eigenen Anschaffungen und neun Prozent bei Präsenten für Kollegen.
Gekauft wird weiterhin im Kaufhaus, aber das Internet holt auf. Der HDE erwartet in diesem Jahr allein im Onlinegeschäft für November und Dezember Umsätze in Höhe von 5,5 Milliarden Euro. Der HDE geht davon aus, dass der Online-Handel in diesem Jahr um 9,5 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro wächst und 2010 weiter auf 23,7 Milliarden Euro.
Mit einem Abbau von Arbeitsplätzen sei in der Branche trotzdem nicht zu rechnen. Derzeit sind rund 2,6 Millionen Menschen im Einzelhandel beschäftigt. Sorgen macht Sanktjohanser dagegen die Klage der Kirchen gegen die Berliner Sonntagsregelung. Am 1. Dezember will das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die zehn verkaufsoffenen Sonntage in Berlin, darunter auch jene im Adventszeitraum, dem Grundgesetz entsprechen. Neben Umsatzeinbußen befürchtet der HDE auch eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber den sonntags geöffneten Weihnachtsmärkten. Schließlich werde in Berlin rund ein Viertel des Sonntagsumsatzes im Advent mit Touristen erzielt. (nz)

