Anstieg auf über neun Prozent in Deutschland: 

netzeitung.deEU erwartet deutlich höhere Arbeitslosenquote

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Die Arbeitsagenturen bekommen mehr Arbeit (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Arbeitsagenturen bekommen mehr Arbeit
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Für die Wirtschaft geht es wieder bergauf - die EU-Kommission hat ihre Prognose nach oben korrigiert. Der Ausblick für den Arbeitsmarkt ist hingegen trübe.

Die EU-Kommission erwartet einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Obwohl sich die deutsche Wirtschaft erstaunlich schnell von der Krise erholt habe, stehe den Beschäftigten das Schlimmste noch bevor, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose der Brüsseler Behörde. Die Kommission erwartet, dass die Arbeitslosenquote von derzeit 7,7 Prozent im kommenden Jahr auf 9,2 Prozent steigen wird.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Brüsseler Behörde im kommenden Jahr indes um 1,2 Prozent zulegen, 2011 um 1,7 Prozent, wie aus der Herbstprognose der EU-Kommission hervorgeht. Das Wachstum in den 27 EU-Ländern ebenso wie in der Eurozone könnte sich 2010 auf 0,7 Prozent belaufen. Für 2011 lautet die Prognose für das EU-weite Wachstum 1,6 Prozent.

«Die Wirtschaft in der EU kommt wieder aus der Rezession», sagte Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia. «Wir müssen jetzt überlegen, wie wir am besten den negativen Folgen der Krise auf Arbeitsmärkte, öffentliche Haushalte und Wachstumspotenzial begegnen.» Mit Blick auf Krisenmaßnahmen wie Kurzarbeit warnte die EU-Kommission, dass die derzeit stabile Beschäftigungslage und geringe Produktivität «kaum nachhaltig» seien.

In diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut der Schätzung in der EU um 4,1 Prozent, in der Eurozone um 4,0 Prozent einbrechen. Für Deutschland befürchtet die EU-Kommission einen Einbruch von 5,0 Prozent. Das sind 0,4 Punkte weniger als im Frühjahr vorhergesagt.

Zwar war die exportabhängige deutsche Wirtschaft laut Kommission unter den Industrienationen mit am schlimmsten getroffen. Mit seiner Wettbewerbsfähigkeit dürfte Deutschland aber auch gut aufgestellt sein, um von der anziehenden Konjunktur in den Schwellenländern zu profitieren.

Mit einem dramatischen Einbruch rechnet die Behörde in den von der Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffenen baltischen Ländern. In Litauen dürfte das BIP demnach um 18,1 Prozent, in Lettland um 18 Prozent und in Estland um 13,7 Prozent schrumpfen. Der Abwärtstrend soll sich 2010 fortsetzen. (AP/dpa)