Nicht autorisierte Wetten auf Brent:
Skandalhändler löste Ölpreis-Turbulenzen aus
Dabei seien am frühen Dienstagmorgen Kontrakte im Umfang von mehr als 16 Millionen Fässern gehandelt worden, doppelt so viel, wie Saudi-Arabien – das weltgrößte Förderland – an einem Tag produziert. Üblicherweise würden zu dieser Tageszeit in diesem Zeitraum etwa 500.000 Fässer gehandelt, so die «FT».
Der Händler handelte dem Bericht zufolge ohne Genehmigung. Die britische Wirtschaftszeitung zitierte einen Manager von PVM mit den Worten, das Unternehmen sei das «Opfer unautorisierten Tradings» geworden. Demnach musste PVM eine beträchtliche Zahl von Future-Kontrakten auf Rohöl auflösen, was einen Verlust von zehn Millionen Dollar einbrachte.
Der Händler – laut «FT» heißt er Steve Perkins – soll dem Bericht zufolge PVM inzwischen verlassen haben. Das Unternehmen hat die britische Finanzaufsicht eingeschaltet. Die Hintergründe der unerlaubten Transaktionen sind noch unklar. Am Rohstoffmarkt galt Perkins laut «FT» als erfahrener Broker.
Pikante Notiz am Rande: Der Chef von PVM hatte vor einigen Jahren einmal den Handel auf elektronischen Börsen als «Kasino» bezeichnet und die Ölpreisspekulation scharf kritisiert. Der jetzige Vorfall bei PVM wirft ein überaus schlechtes Licht auf die interne Kontrolle sowie auf die Aufsicht.
Schon früher gab es solche Fälle unerlaubten Tradings. Einer der bekanntesten jüngeren Vorfälle ist der enorme Verlust, den der Händler Jérôme Kerviel bei der französischen Großbank Société Générale verursachte. Erst im Mai 2009 wurde ein Ölhändler der US-Bank Morgan Stanley von seinem Posten entfernt, weil er Verluste vor seinen Vorgesetzten verheimlichte. (nz)
