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Es bleibt ein schaler Beigeschmack
22. Jul 2004 10:14

Josef Ackermann und Klaus Esser haben allen Grund zur Freude. Der Freispruch ist ein Sieg ihrer Verteidiger gegen eine offensichtlich übereifrige Staatsanwaltschaft. Und dennoch: Es bleibt ein schaler Beigeschmack.
 
Von Ralf-Dieter Brunowsky

Das Verhalten der Manager im Mannesmann-Prozess hat trotz des Freispruchs dem Ansehen der Wirtschaft außerordentlich geschadet. Dabei sind die hohen Beträge, um die es ging, nur ein Teil der fragwürdigen Operation. Es ist vor allem die Art und Weise, wie sich Top-Manager hinter den Kulissen Millionenbeträge zuschusterten, die kein gutes Licht auf die Freigesprochenen wirft.

Die Bevölkerung hat sich ihr Urteil längst gebildet. Da haben Leute abgesahnt und werden dafür noch nicht einmal zur Rechenschaft gezogen. Juristisch ist das Ganze ein einziges Desaster für die Staatsanwälte, die dem Urteil zufolge ihre Anklage nicht beweisen konnten. Ihnen muss man mangelhafte Vorbereitung und offensichtlichen Übereifer vorwerfen. Wer so verliert, muss aus dem Verkehr gezogen werden.

Esser und Funke können nun ihre Millionen genießen. Josef Ackermann, der dem ganzen zugestimmt hat, wird sein Victory-Zeichen noch lange verfolgen. Letztlich ist er der Einzige, der für sein Verhalten bestraft wurde, wenn auch nur in den Medien. Dort wird das V-Zeichen noch sehr lange symbolisch für die Abgehobenheit einer Managergeneration stehen, die jegliche Bodenhaftung verloren hat. Zumindest und hoffentlich vorübergehend.





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