Niederländer bringen Euro unter Druck
01.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Laut ersten Hochrechnungen von Mittwochabend hatten 63 Prozent der Niederländer gegen und 37 Prozent für die Europäische Verfassung gestimmt. An der Abstimmung beteiligten sich nach Angaben des Fernsehens 62 Prozent der 12 Millionen Wahlberechtigten. Angesichts der überraschend hohen Beteiligung gilt es als sicher, dass die großen Parteien im Parlament das Ergebnis der Volksbefragung als verbindlich akzeptieren.
Im Finanzministerium wurde der Euro dem Bericht zufolge für die deutsche Wachstumsschwäche verantwortlich gemacht. Laut «Stern» hatten sich Beamte Eichels in einem internen Vermerk besorgt über «verfestigte Inflations- und Wachstumsdifferenzen» geäußert.
Die Währungsunion habe Stabilität in die südlichen Staaten exportiert und Deutschland profitiere jetzt von gestiegenen Exporten in diese Region. Ein Scheitern der Währungsunion hält Hellmeyer für ausgeschlossen. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der Währungsexperte Manfred Neumann von der Uni-Bonn im Interview mit der Netzeitung geäußert.
Schon in den vergangenen Tagen hatte der Euro nach dem «Nein» der Franzosen zur EU-Verfassung deutlich nachgegeben. Am Mittwoch findet in den Niederlanden ein Referendum zur Verfassung statt. Auch hier wird erwartet, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Verfassung ablehnen wird. (nz)

