netzeitung.deNiederländer bringen Euro unter Druck

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Das Nein der Niederländer zur EU-Verfassung hat die europäische Gemeinschaftswährung belastet. Der Euro sank auf ein neues Tief.

Das deutliche Nein der Niederländer zur EU- Verfassung hat den Eurokurs am Mittwochabend auf den tiefsten Stand seit über acht Monaten gedrückt. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,2206 Dollar. Das war der tiefste Stand seit dem 21. September 2004.

Laut ersten Hochrechnungen von Mittwochabend hatten 63 Prozent der Niederländer gegen und 37 Prozent für die Europäische Verfassung gestimmt. An der Abstimmung beteiligten sich nach Angaben des Fernsehens 62 Prozent der 12 Millionen Wahlberechtigten. Angesichts der überraschend hohen Beteiligung gilt es als sicher, dass die großen Parteien im Parlament das Ergebnis der Volksbefragung als verbindlich akzeptieren.

Diskussion um Euro
Die Gemeinschaftswährung war zuvor schon infolge der Diskussion um die Zukunft der Währungsunion unter Druck geraten. Auslöser war ein Bericht des «Stern»: Das Magazin hatte berichtet, dass in einer vertraulichen Ökonomenrunde mit Finanzminister Hans Eichel (SPD) und Bundesbankpräsident Axel Weber in der vergangenen Woche über ein Scheitern der Währungsunion diskutiert worden sei.

Im Finanzministerium wurde der Euro dem Bericht zufolge für die deutsche Wachstumsschwäche verantwortlich gemacht. Laut «Stern» hatten sich Beamte Eichels in einem internen Vermerk besorgt über «verfestigte Inflations- und Wachstumsdifferenzen» geäußert.

Währungsunion wird nicht scheitern
«Diese Argumentation ist sachlich nicht fundiert», sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst bei der Bremer Landesbank der Nachrichtenagentur dpa. Auch in anderen Währungsräumen entwickle sich die Konjunktur regional unterschiedlich. So gebe es in den USA aber auch in Großbritannien und in China regional sehr unterschiedliche Wachstumsraten.

Die Währungsunion habe Stabilität in die südlichen Staaten exportiert und Deutschland profitiere jetzt von gestiegenen Exporten in diese Region. Ein Scheitern der Währungsunion hält Hellmeyer für ausgeschlossen. Ähnlich hatte sich zuvor auch schon der Währungsexperte Manfred Neumann von der Uni-Bonn im Interview mit der Netzeitung geäußert.

Schon in den vergangenen Tagen hatte der Euro nach dem «Nein» der Franzosen zur EU-Verfassung deutlich nachgegeben. Am Mittwoch findet in den Niederlanden ein Referendum zur Verfassung statt. Auch hier wird erwartet, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Verfassung ablehnen wird. (nz)