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Unternehmen müssen mit Euro «fertig werden»
22. Okt 2003 09:33, ergänzt 09:44

Der Anstieg des Euro in den vergangenen Monaten
Grafik: nz
Die Unternehmen in Europa müssen nach Meinung des EZB-Ratsmitglieds Vanhala die Aufwertung des Euro verkraften können. Der starke Euro sei nicht das Hauptrisiko für eine konjunkturelle Erholung.
 
Die deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar ist nicht das Hauptrisiko für eine wirtschaftliche Erholung innerhalb der Eurozone. «Die Euro-Aufwertung wird von dem Unternehmenssektor als Last empfunden», sagte EZB-Ratsmitglied Matti Vanhala in einem Interview in Helsinki. Die Unternehmen müssten mit dem Euro-Kurs «fertig werden».

Wechselkurs-Bewegungen müssten in einer globalen Welt als völlig normal angesehen werden. Wechselkurse seien ein Sicherheitsventil mit einem Element der Flexibilität, sagte der finnische Zentralbankgouverneur weiter.

Die Aufwertung sei deshalb nicht das Hauptrisiko für eine wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone. «Viel wichtiger ist es, ob das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik wiederhergestellt werden kann.»

Zinsniveau angemessen

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  • Die Aussagen von Vanhala knüpfen an ähnliche Statements anderer Ratsmitglieder an. Die EZB hat in der Vergangenheit mehrfach auf die Bedeutung der Finanz- und Wirtschaftspolitik für einen konjunkturellen Aufschwung in Europa hingewiesen. Insbesondere die Konsolidierung der nationalen Haushalte und der damit verbundene Vertrauensgewinn bei den Unternehmen und Verbrauchern ist nach Meinung der EZB immens wichtig für eine Erholung der Wirtschaft.

    Das Zinsniveau in der Euro-Zone ist nach Meinung von Vanhala «angemessen». EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hatte jüngst erneut betont, dass die Leitzinsen niedrig genug sind, um eine deutlich höheres Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

    Neue Herausforderungen aus Asien

    Die Wachstumsaussichten der Euro-Zone könnten auch eingeschränkt werden, wenn sich die nationalen Regierungen nicht den wachsenden Herausforderungen aus Osteuropa und Asien stellten. Dort seien die Produktions- und Arbeitskosten deutlich niedriger.

    Zur Situation in Deutschland sagte Vanhala, die beschlossenen Arbeitsmarktreformen seien nicht ausreichend, um das Wachstum in Europas größter Volkswirtschaft wieder anzukurbeln. (nz)






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