«Der US-Aufschwung hat ein Verfallsdatum»
04. Sep 2003 12:32
Die jüngsten US-Konjunkturdaten beflügeln den Dollar und schwächen den Euro. Commerzbank-Devisenexperte Fritsch glaubt jedoch lediglich an eine Dollar-Euphorie auf Zeit.
Die US-Konjunktur ist im Aufwind, während der Euro weiter nachgibt: Die europäische Gemeinschaftswährung steht bei 1,08 Dollar und hat verglichen mit dem Höchststand im Juni rund zehn Cent zum Dollar verloren. Das am Mittwoch veröffentlichte «Beige Book», der Konjunkutrbericht der US-Notenbank Fed, unterfüttert die amerikanische Euphorie zusätzlich. Dennoch geht der Commerzbank-Devisenexperte Carsten Fritsch mittelfristig nicht von einem Einbruch des Eurokurses aus.
US-Arbeitsmarkt muss mitziehen
Das «Beige Book» sei zwar ein optimistischer Bericht, dennoch überdecke es den wunden Punkt der US-Wirtschaft nicht - den problematischen Arbeitsmarkt. «Der Aufschwung in den USA hat ein Verfallsdatum, wenn der Arbeitsmarkt nicht mitzieht», sagte Fritsch am Donnerstag der Netzeitung. Damit sich die hohen Konjunkturerwartungen in den USA erfüllten, müsse sich der Arbeitsmarkt in Zukunft selber tragen.
Euro auf lange Sicht stabil
Auf den Euro werde sich das US-Wachstum somit nur kurzfristig auswirken: «In den nächsten Wochen haben wir zwar noch ein Abwärtsrisiko. Mittel- bis langfristig wird der Euro aber wieder fester gehen.» Unter 1,05 Dollar werde der Euro bis zur nächsten Konsolidierung nicht fallen.
Härtere Strukturreformen nötig Als europäische Reaktion auf den momentanen Stand der Währung forderte der Experte konsequentere Strukturreformen. Frankreich habe mit der Rentenreform einen Entwurf vorgelegt, der den Namen Reform verdiene. Diesen Schritt müssten Deutschland und Italien nun nachvollziehen: «Gerade in Deutschland greifen die Reformen schlichtweg zu kurz.»
Für das Web ediert von Petra Spies |