Die Rote Armee Fraktion erklärte 1998 ihre Auflösung und beendete das «Projekt». In den 28 Jahren ihres Terrors hat die RAF mehr als 30 Menschen ermordet und die Republik verändert.
NULL=YESHeiße Spur im Fall Rohwedderhttp://www.netzeitung.de/wirtschaft/devisen/143935.htmlNULL=YESPorträt: Wolfgang Gramshttp://www.netzeitung.de/wirtschaft/devisen/143968.htmlNULL=YESPorträt: Detlev Karsten Rohwedderhttp://www.netzeitung.de/wirtschaft/devisen/143953.htmlNULL=YESNeun Jahre Haft für Klumphttp://www.netzeitung.de/wirtschaft/devisen/143725.html
BERLIN. Drei Generationen kämpften unter dem Namen RAF gegen den Staat. Mitte der siebziger Jahre erreichte ihr Terror seinen Höhepunkt und noch bis zum Ende der achtziger Jahre verübten sie Anschläge auf führende Vertreter des politischen und wirtschaftlichen Systems der Bundesrepublik.
2. April 1968: In Frankfurt werden auf zwei Kaufhäuser Brandanschläge verübt. Zu den Tätern gehören Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Sie werden zu drei Jahren Haft verurteilt, können jedoch untertauchen. Erst 1970 wird Baader in Berlin gefasst.
14. Mai 1970: Ulrike Meinhof befreit Baader aus der Haft, noch am selben Tag gründen sie und andere die Rote Armee Fraktion (RAF). Meinhof flüchtet zusammen mit Ensslin, Baader, Horst Mahler und einigen Sympathisanten nach Jordanien zu palästinensischen Guerillas.
22. Oktober 1971: Beim Versuch, drei Verdächtige zu überprüfen, wird in Hamburg der Zivilfahnder Norbert Schmidt von einem RAF-Mitglied erschossen.
22. Dezember 1971: Bei einem Überfall auf die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank in Kaiserslautern stirbt der Polizist Herbert Schoner.
4. Februar 1972: Ein Mensch stirbt bei einem Anschlag auf einen britischen Yachtclub in Berlin. Zu dem Attentat bekennt sich die neue «Bewegung 2. Juni». Teile davon werden später Mitglied bei der RAF.
3. März 1972: Manfred Grashof erschießt in Hamburg den Kriminalhauptkommissar Hans Eckardt. Grashof selbst wird schwer verletzt und zusammen mit Wolfgang Grundmann verhaftet.
Mai 1972: Die RAF verübt zwei Bombenanschläge auf das Hauptquartier des V. Korps der US-Armee in Frankfurt und das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg. Vier Soldaten sterben. Noch im gleichen Jahr gelingt es, die so genannte erste Generation der RAF festzunehmen: Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Jan-Carl Raspe, Holger Meins und Gudrun Ensslin.
10. November 1974: Der Präsident des Berliner Kammergerichts, Günter von Drenkmann, wird erschossen.
27. Februar 1975: Der Vorsitzende der Berliner CDU, Peter Lorenz, wird von der «Bewegung 2. Juni» entführt. Sechs Terroristen können aus der Haft freigepresst werden.
9. Mai 1976: Ulrike Meinhof wird tot in ihrer Zelle in Stuttgart-Stammheim gefunden. Sie hat sich erhängt.
Juni 1976: Der Bundestag verabschiedet das so genannte Anti-Terror-Gesetz. Die Bildung einer terroristischen Vereinigung steht seitdem unter Strafe.
7. April 1977: Generalbundesanwalt Siegfried Buback wird erschossen. Mit ihm sterben zwei seiner Begleiter.
28. April 1977: Baader, Ensslin und Raspe werden in Stuttgart zu lebenslanger Haft verurteilt.
30. Juli 1977: Drei RAF-Leute töten den Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, in seinem Haus bei Frankfurt.
5. September 1977: Ein RAF-Kommando entführt den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, um Baader, Ensslin und Raspe freizupressen. Dabei sterben sein Fahrer und drei seiner Leibwäcvhter.
Außerdem wird die Lufthansa-Maschine «Landshut» nach Mogadischu entführt, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, ihr Kapitän wird erschossen. Der GSG 9 des Bundesgrenzschutzes gelingt es bei ihrem ersten Einsatz, die Geiseln in Mogadischu zu befreien. Nach der Weigerung der Bundesregierung, den Arbeitgeberpräsidenten gegen die RAF-Gefangenen zu tauschen, wird Schleyer ermordet. Wenige Stunden später begehen Baader, Ensslin und Raspe in Stammheim Selbstmord.
24. September 1978: In einem Wald bei Dortmund überrascht die Polizei drei RAF-Mitglieder beim Übungsschießen. Ein Polizist und Michael Knoll werden getötet. Angelika Speitel wird verhaftet. Werner Lotze kann entkommen.
1. November 1978: RAF-Mitglieder erschießen in Kerkrade (Holland) zwei niederländische Zollbeamte und verletzen einen schwer.
11. Mai 1981: Der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry wird erschossen.
11. und 16. November 1982: Brigitte Mohnhaupt, Adelheid Schulz und Christian Klar werden festgenommen, die Spitze der so genannten zweiten RAF-Generation sitzt damit im Gefängnis.
1. Februar 1985: In Gauting bei München wird der MTU-Vorstandsvorsitzende Ernst Zimmermann erschossen.
8. August 1985: Auf der Frankfurter Basis der US-Luftwaffe explodiert eine Autobombe, zwei Menschen sterben. Vorher wurde ein US-Soldat von der RAF erschossen, um an seinen Sicherheits-Ausweis zu kommen.
9. Juli 1986: Das Vorstandsmitglied von Siemens, Heinz Beckurts, und sein Fahrer sterben durch eine ferngesteuerte Bombe.
10. Oktober 1986: Gerold von Braunmühl, ein hoher Beamter des Auswärtigen Amtes, wird in Bonn erschossen.
30. November 1989: Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, stirbt in seinem Auto durch eine ferngesteuerte Bombe.
1. April 1991: Der Treuhandchef Detlef Karsten Rohwedder wird in seinem Haus in Düsseldorf erschossen.
13. April 1992: Die RAF erklärt in einem Schreiben, dass bei Anschlägen künftig keine Menschen mehr getötet werden sollen.
27. März 1993: Die RAF sprengt das neu gebaute Gefängnis im hessischen Weiterstadt kurz vor der Fertigstellung.
27. Juni 1993: In Bad Kleinen stellt die Polizei durch den Hinweis eines V-Mannes die RAF-Mitglieder Wolfgang Grams und Brigitte Hogefeld. Bei der Schießerei sterben Grams und ein Beamter der GSG 9.
1996: Brigitte Hogefeld und andere Gefangene verlangen die Auflösung der RAF.
20. April 1998: Die RAF verschickt einen achtseitigen Brief an Nachrichtenagenturen und Zeitungen. Darin erklärt sie das «Projekt» für beendet.
15. September 1999: In Österreich wird bei der Festnahme das RAF-Miglied Horst Ludwig Meyer erschossen und die ebenfalls gesuchte Andrea Martina Klump verhaftet. (mit zdf.msnbc.de/taz)
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