netzeitung.deDeutsche Aktien schließen uneinheitlich

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Die deutschen Aktien haben am Mittwoch von den jüngsten Aussagen der Zentralbanken profitiert. Zu den Gewinnern des Tages zählten Bayer und JP Morgan.

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Der Leitindex Dax drehte am Nachmittag ins Plus und schloss mit einem Aufschlag von 0,83 Prozent auf 8076,12 Punkte. Er profitierte vor allem von Aussagen führender Zentralbanken, wegen der Finanzmarktturbulenzen die Märkte gemeinschaftlich mit weiteren Geldspritzen zu versorgen. Der M-Dax gewann 0,09 Prozent auf 10.047,28 Punkte. Der Tec-Dax verringerte zwar seine Verluste, schloss jedoch mit einem Abschlag von 0,23 Prozent auf 993,52 Zähler.

«Die konzertierte Aktion der Notenbanken gibt den Märkten erneut Zuversicht, dass im Krisenfall nicht tatenlos zugesehen wird», begründete Händler Stefan Söllner von der Postbank das deutliche Kursplus im Dax. Zumindest kurzfristig seien daher Wirkungen spürbar. «Nachdem die 8000-Punkte-Marke im Dax zurückerobert wurde, ist nun auch der Weg wieder frei für neue Höchststände», sagte er. Am Morgen noch war der Dax zeitweise von der nur moderat ausgefallenen Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed leicht belastet worden, dann hatten Anleger die Kursverluste genutzt, um wieder in den Aktienmarkt einzusteigen.

Die Finanzwerte, die angesichts der vorsichtigen Fed-Kommentare zur Wirtschaftsentwicklung in den USA zunächst auf der Verliererseite gestanden hatten, schlossen mehrheitlich mit Gewinnen. Die Aktien der Postbank stiegen um 1,36 Prozent auf 59,74 Euro. Die Anteile der Deutschen Bank gewannen 0,54 Prozent auf 91,16 Euro. Die Papiere der Commerzbank sanken leicht um 0,07 Prozent auf 27,65 Euro.

Zu den Favoriten zählten allerdings vor allem Bayer-Aktien mit plus 2,70 Prozent auf 60,44 Euro. Die Investmentbank JP Morgan hatte das Kursziel für die Aktie von 74 auf 75 Euro angehoben und dies mit positiven Studiendaten zum Thrombose-Mittel Xarelto begründet. Die Ergebnisse zeigten eine durchgehend bessere Wirksamkeit von Xarelto im Vergleich zum Medikament Lovenox, das derzeit standardmäßig bei Gefäßerkrankungen eingesetzt werde.

Im MDAX gewannen die Papiere der Norddeutschen Affinerie (NA) nach einem Kursplus von etwas mehr als zehn Prozent am Vortag nun weitere 16,08 Prozent auf 30,18 Euro. Der Chef der österreichischen Industriegruppe A-TEC, Mirko Kovats, will seinen Anteil an der Norddeutschen Affinerie (NA) auf etwa 20 Prozent aufstocken. A-TEC war zuletzt mit rund 14 Prozent größter Einzelaktionär der NA.

Die Arcandor-Titel schlossen mit plus 0,55 Prozent auf 19,93 Euro und reagierten damit kaum auf die kurz vor Börsenschluss bekanntgegebene Einigung über den Verkauf der restlichen Immobilien. Es sei eine Absichtserklärung über den Verkauf des Arcandor-Anteils am Immobilien-Joint-Venture Highstreet erzielt worden, aus dem ein Betrag in Höhe von 800 Millionen Euro erwartet werde, hatte der ehemalige KarstadtQuelle-Konzern mitgeteilt. Arcandor will die Immobilien zurückmieten. «Auf den ersten Blick enthielt die Arcandor- Mitteilung keine Überraschungen», sagte ein Händler.

Im Tec-Dax büßten die Papiere von Conergy 11,79 Prozent auf 22,89 Euro ab. Das Solarunternehmen hat seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr erneut zurückgeschraubt und rechnet für 2007 nun mit einem operativen Verlust.

Der Eurostoxx 50 ging mit plus 0,44 Prozent auf 4469,47 Punkten aus dem Handel. Auch in Paris und London schlossen die Börsen mit Gewinnen. In den USA zeigten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss fest.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,25 (Vortag: 4,26) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 116,27 Punkte. Der Bund Future sank um 0,95 Prozent auf 113,08 Punkte. Der Kurs des Euro stieg, blieb aber am Abend weiter unter der Marke von 1,47 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4675 (Dienstag: 1,4672) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6814 (0,6816) Euro. (dpa-AFX)