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ThyssenKrupp bremst Dax aus

11. Aug 2006 09:56, ergänzt 17:50
Der Deutsche Aktienindex hat am Freitag die anfänglichen Gewinne bis zum Handelsschluss komplett abgegeben. Hohe Verluste erlitten die Papiere von ThyssenKrupp, nachdem Finanzchef Kirsten seinen Abschied nimmt.

Die zunächst gute Stimmung unter den deutschen Standardwerten hat sich bis zum Handelsschluss in Frankfurt am Main wieder verflüchtigt. Der Dax drehte ins Minus und schloss mit 5628,37 Punkten 2,59 Zähler unter Vortag. Zwischenzeitlich hatte er ein Plus von rund 0,5 Prozent verbucht. Beeinträchtigt wurde der Leitindex vor allem von ThyssenKrupp und Telekom. Aber auch der negative Börsenentwicklung in New York belastete das Geschäft.

«Die Anleger haben den Terroralarm weitgehend verarbeitet», bilanzierte ein Händler am Freitag im Gespräch mit der Netzeitung. Trotz Terrorwarnung und schwacher Prognosen am Donnerstag habe der Markt nicht viel verloren. «Das ist ein gutes Zeichen», fügte er hinzu.

Im Zentrum stand zum Wochenausklang die Quartalsbilanz von ThyssenKrupp und der Rücktritt von Finanzchef Stefan Kirsten. Nach einem leichten Plus rutschten die Papiere tief ins Minus und führten mit einem Abschlag von siebeneinhalb Prozent die Verlierer im Dax an. Kirsten genießt unter Experten einen guten Ruf, so dass dessen Abschied eher mit Bedauern aufgenommen wurde.

Tui wieder unter Druck

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Tui verbilligten sich um 0,7 Prozent. «Dies hat weniger mit dem Terror zu tun als vielmehr damit, dass das Management dauerhaft schlechte Zahlen vorlegt», betonte der Händler. Ein Indiz dafür sei, dass Lufthansa nach den Abschlägen vom Vortag zu den Gewinnern gehöre. Die Aktien verteuerten sich um ein halbes Prozent. Unter Druck gerieten dagegen Telekom mit einem Minus von drei Prozent. Die Aktien zählten bereits am Vortag zu den größten Verlierern.

Gesucht waren am Freitag Deutsche Börse, die sich um 2,6 Prozent verbesserten. Hypo Real Estate rückten 1,4 Prozent vor. Auch Linde und Allianz legten zu.

Tech-Werte legen zu

Die Technologiewerte haben mit Gewinnen ins Wochenende verabschiedet. Der Index gewann ein Prozent auf 627,51 Zähler. Freenet gewannen 5,5 Prozent und Mobilcom legten etwa 4,2 Prozent zu. Die Fusion mit der Muttergesellschaft könnte doch noch zustandekommen. Ein Gericht räumte Mobilcom und den Fusionsgegnern eine Woche mehr Zeit ein, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

United Internet verteuerten sich um 1,8 Prozent: Der Internetdienstleister steigerte Umsatz und Gewinn deutlich. Q-Cells rückten 2,4 Prozent vor. Dagegen gaben Medigene etwa 4,3 Prozent ab und QSC 3,2 Prozent.

US-Börsen schwach

Die US-Aktienmärkte haben sich am Freitag mit im Handelsverlauf mit Abschlägen präsentiert. Der Dow Jones lag rund 0,4 Prozent unter seinem Vortagesniveau. An der Nasdaq gab der Composite Index etwas stärker um rund 0,7 Prozent nach.

ThyssenKrupp erwartet höhere Erlöse

ThyssenKrupp hat im dritten Geschäftsquartal den Gewinn kräftig gesteigert und die Umsatzprognose angehoben. Wie das Unternehmen am Freitag in Düsseldorf mitteilte, soll der Erlös im laufenden Geschäftsjahr auf 46 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte ThyssenKrupp auf 44 Milliarden Euro getippt. Im abgelaufenen Geschäftsquartal wies der Konzern einen Gewinn vor Steuern von 806 Millionen Euro aus nach 577 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei setzte der Konzern acht Prozent mehr um und damit 12,1 Milliarden Euro.

Zudem verlässt Finanzchef Stefan Kirsten das Unternehmen. Der Konzern verkleinere seinen Vorstand bereits zum 1. Dezember auf acht Mitglieder. Wegen veränderter Perspektiven bei ThyssenKrupp strebe er keine Verlängerung seines Vertrages an. Seine Aufgaben übernimmt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ulrich Middelmann.

United Internet besser als erwartet

Der Internetdienstleister United Internet hat im zweiten Quartal Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert. Wie das im Tec-Dax notierte Unternehmen am Donnerstagabend in Montabaur mitteilte, ist der Gewinn vor Steuern um 148 Prozent auf rund 50 Millionen Euro gestiegen. Analysten hatten zuvor im Schnitt mit einem Anstieg auf 42 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz legte den Angaben zufolge um 75,5 Prozent auf 311,5 Millionen Euro zu.

Kräftiges Gewinnwachstum bei IVG

Die Bonner Immobiliengesellschaft IVG hat nach einem deutlichen Gewinnwachstum im ersten Halbjahr die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das Ergebnis nach Steuern werde nun bei 145 Millionen Euro erwartet, teilte IVG am Freitag in Bonn mit. Zuvor hatte das Unternehmen 135 Millionen Euro angestrebt. Im Vorjahr hatte IVG noch 110 Millionen Euor erzielt. Operativ verdiente IVG 185 Millionen Euro nach 88 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Deutsche EuroShop steigert den Gewinn

Die Deutsche EuroShop hat in den ersten sechs Monaten Umsatz und Gewinn verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei von 28,2 auf 39 Millionen Euro gestiegen, teilte die auf Beteiligungen an Einkaufszentren spezialisierte Gesellschaft am Freitag mit. Der Überschuss stieg von neun auf 23,9 Millionen Euro, während sich die Erlöse um 30 Prozent auf 45,9 Millionen Euro erhöhten.

Telekom steigt bei Click&Buy ein

Die Deutsche Telekom beteiligt sich an der Firstgate Holding AG und deren Online-Bezahldienst Click&Buy. Wie die beiden Unternehmen am Freitag in Köln mitteilten, hat der T-Online Venture Fund zehn Prozent der Anteile erworben. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen zunächst keine Angaben. Die Telekom betreibt bereits mit T-Pay einen eigenen nationalen Internet-Bezahldienst.

Hohes Bußgeld für RWE-Tochter

Die tschechische Tochter Transgas des Energiekonzerns RWE muss ein Bußgeld wegen Wettbewerbsverstößen von 13,2 Millionen Euro zahlen. Noch nie habe die Prager Wettbewerbsbehörde UOHS eine solch hohe Strafe gegen ein einzelnes Unternehmen ausgesprochen, berichtete der Prager Rundfunk am Freitag. Die RWE-Tochter habe Großabnehmern für Erdgas ebenso viel berechnet wie Privathaushalten und zudem seien regionale Versorger gehindert worden, in verschiedenen Regionen Gas zu vertreiben, so die Vorwürfe.

Mehr Zeit für Mobilcom

Im Interesse einer außergerichtlichen Einigung hat das Landgericht Kiel eine Entscheidung zur Klage gegen die geplante Fusion der Telekomunternehmen Mobilcom und Freenet erneut um eine Woche verschoben. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Einigung zu erreichen, habe sich erhöht, teilte das Gericht am Freitag mit. Die Parteien sollten nun bis zum 18. August Gelegenheit haben, weitere Gespräche zu führen.

Combots verkauft UI-Anteile nicht

Combots hat Gerüchte über einen Verkauf des Anteils an United Internet dementiert. «Wir haben keine Aktien verkauft und sind weiter im Besitz des vollen 9,3-prozentigen Anteils», sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Am Markt hatte es zuvor Gerüchte über eine Platzierung dieses Anteils durch Goldman Sachs gegeben. (nz)

 
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