netzeitung.deÖlpreis und Nahost-Krise halten Dax in Atem

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Börsenhändler. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Das militärische Vorgehen Israels im Libanon und ein auf Rekordhöhe gestiegener Ölpreis haben die Frankfurter Börse zum Wochenschluss erneut belastet. Der Dax gab die wichtige 5500er Marke auf.

Die Eskalation der Gewalt in Nahost hat in Frankfurt erneut zu deutlichen Abschlägen geführt. Der Dax
büßte 1,9 Prozent ein und schloss bei 5422,22 Punkten. Bereits am Donnerstag hatte der Leitindex infolge des israelischen Angriffs auf Beirut 110 Punkte oder zwei Prozent verloren.

Die Ereignisse trieben den Ölpreis in der Nacht zu Freitag nahe an die 80-Dollar-Marke. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl der Sorte WTI kostete in der Spitze 78,40 Dollar und markierte damit ein neues Allzeithoch. Später wurden die Kontrakte bei 77,10 Dollar pro Barrel und damit 40 Cent teurer als am Vortag gehandelt.

Aktienhändler Christian Löhr von der Bremer Landesbank sagte der Netzeitung: «Bei einem weiter schwelenden Brand im Nahen Osten ist ein Fall auf 5200 Punkte nicht auszuschließen. Sollte diese Marke aber nicht halten, dann werden wir die 5000 Punkte relativ zügig sehen.»

Auch die Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag lieferte keine positiven Impulse. Die US-Einzelhandelsumsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch der Michigan-Index zum Verbrauchervertrauen sank unerwartet deutlich und verstärkte damit die düstere Stimmung an den Märkten.

HRE unter Druck
Im Dax waren die stärksten Verluste bei Hypo Real Estate (HRE) zu sehen, die sich um 3,7 Prozent verbilligten. ThyssenKrupp gaben zwei Prozent ab. Hintergrund könnte die Mitteilung des Stahlkonzerns Mittal sein, kurz vor Ablauf des Übernahmeangebots nur knapp 18 Prozent der Anteile am Konkurrenten Arcelor zu halten. Mittal hatte ThyssenKrupp zuvor im Falle einer erfolgreichen Übernahme den Verkauf der kanadischen Arcelor-Tochter Dofasco in Aussicht gestellt.

Schwächer tendierten auch Continental, die sich um 3,5 Prozent verbilligten. Auch MAN und Deutsche Lufthansa wurden von Anlegern verkauft. Infineon schlossen 1,6 Prozent leichter: Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer verklagt Infineon und andere Chiphersteller wegen illegaler Preisabsprachen.

Gegen die schwache Entwicklung stemmte sich nur ein Werte. Fresenius rückten um 0,1 Prozent vor. Schering und Linde gaben mit einem Minus von 0,2 Prozent noch vergleichsweise moderat nach.

Tec-Dax im Fall
Auch die im Tec-Dax
notierten Aktien gaben unter dem Strich kräftig ab: Der Index fiel um 2,6 Prozent auf 601,65 Zähler. Wie in den vergangenen Tagen waren bei Solarwerten die stärksten Verluste zu sehen. Q-Cells verbilligten sich um 4,3 Prozent, Solarworld sanken um 6,4 Prozent, während Solon um 2,3 Prozent nachgaben. Zu den Gewinnern gehörten Teles mit einem Plus von fünf Prozent. GPC Biotech rückten ein Prozent vor, T-Online gewannen 0,3 Prozent.
Wall Street schwächer
Die US-Börsen haben sich zum Wochenschluss erneut schwach präsentiert. Der Leitindex Dow Jones verlor in der ersten Handelshälfte 1,1 Prozent. An der Nasdaq gab der Composite ein Prozent ab.
Infineon verklagt
Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer hat gegen sieben Chiphersteller Klage eingereicht, darunter Infineon
. Ihnen werden illegale Preisabsprachen vorgeworfen. Von mehr als 30 weiteren Bundesstaaten würden ebenfalls entsprechende Klagen erwartet, sagte der kalifornische Staatsanwalt Bill Lockyer am Freitag in San Francisco. Die Klage richtet sich neben Infineon, Micron und Samsung Electronics auch gegen Elpida Memory, Hynix Semiconductor, Mosel-Vitelic, Nanya Technology und NEC Electronics America.
Axa erhöht Lufthansa-Beteiligung
Europas zweitgrößter Versicherungskonzern Axa hat seinen Anteil an der Lufthansa
auf 10,56 Prozent der Stimmrechte gesteigert. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag in Frankfurt am Main mit. Axa hatte die Beteiligung im Mai auf 5,9 Prozent erhöht.
Stada vor Zukauf
Der Generika-Hersteller Stada
will die serbische Pharmagruppe Hemofarm für rund 485 Millionen Euro vollständig übernehmen. Dazu werde an diesem Freitag ein öffentliches Übernahmeangebot eingereicht, teilte das im M-Dax gelistete Unternehmen mit. Das Management der seit 2002 an der Belgrader Börse gelisteten Hemofarm begrüße das Übernahmeangebot.
Gemeinsam gegen EADS
Die Münchener Kanzlei Rotter hat sich mit der französischen Kanzlei Canoy zusammengetan, um Schadenersatzansprüche von Anlegern gegen den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS
durchzusetzen. Wie die Kanzlei Rotter am Freitag in München mitteilte, streben die beiden Kanzleien wegen der verspäteten Bekanntgabe der Lieferprobleme bei der EADS-Tochter Airbus eine gemeinsame Schadenersatzklage an.
Bafin untersucht Insiderhandel bei EADS
Wegen des Verdachts des Insiderhandels in Aktien der EADS hat die deutsche Finanzaufsicht eine formelle Untersuchung begonnen. Anlass sei die ad-hoc-Meldung über die verspätete Auslieferung des Airbus A380 gewesen, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Freitag in Bonn. Die Untersuchung betreffe den Handel an deutschen Börsen. Zudem werde geprüft, ob ein möglicher Verstoß gegen die ad-hoc-Regelung vorliege, weil zu spät über die Lieferverzögerung informiert worden sei.
Allianz-Betriebsrat fürchtet um weitere Jobs
Der Betriebsrat der Allianz
sieht weitere Arbeitsplätze beim Versicherer in Deutschland gefährdet. Der geplante Stellenabbau «beeinträchtigt den Vertrieb erheblich und gefährdet weitere Arbeitsplätze», hieß es einer am Freitag veröffentlichten Resolution der Arbeitnehmer-Vertreter. Die Allianz werde mit ihren Maßnahmen keine neuen Kunden gewinnen, sondern weitere verlieren. (nz)