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Ölpreis setzt Frankfurter Handel unter Druck

08. Aug 2005 10:26, ergänzt 18:25
Der Frankfurter Aktienmarkt ist zum Handelsende wegen steigender Energiekosten unter Druck geraten. Dass der Ölpreis ein weiteres Rekordhoch erreichte, machte den Anlegern zu schaffen. Lufthansa lagen dennoch im Plus.

Die Standardwerte an der Frankfurter Börse ein Gutteil ihrer Kursgewinne bis zum Handelssschloss wieder abgegeben. Der wichtigste deutsche Index lag zum Handelsschluss noch 0,2 Prozent im Plus bei 4837,86 Punkten. Vor allem dass der Ölpreis am Nachmittag deutlich über die Marke von 63 Dollar gestiegen ist, verdarb den Anlegern die Laune. An der New Yorker Warenterminbörse kostete das Fass (159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im September 63,70 Dollar. Das ist ein Plus von 1,39 Dollar verglichen mit dem Vorwochenschluss.

«Ein bisschen ungewöhnlich»

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Es sei «ein bisschen ungewöhnlich», dass sich die Aktie der Lufthansa an die Spitze der Dax-Gewinner setzte, sagte ein Händler der Netzeitung. Normalerweise stoßen Anleger in dieser Situation eher ab, weil die Spritrechnung der Airline tendenziell steigt. Diesmal würden aber «relativ gute Quartalszahlen erhofft», begründete der Händler. Auch die am Montag veröffentlichten jüngsten Passagierzahlen seien «gar nicht so schlecht» ausgefallen. Darüber hinaus habe die Aktie Nachholbedarf, da sie die «Dax-Euphorie bislang nicht mitgemacht hat». Die Papiere schlossen mit plus 2,1 Prozent.

Auch Autowerte tendierten fester. Dabei gebe es «nichts Weltbewegendes» an Neuigkeiten, kommentierte der Händler. Insbesondere DaimlerChrysler erholten sich aber von den zurückliegenden Abschlägen. Bayer profitiere von einem Zeitungsbericht, der von einer Erhöhung der Gewinnprognose wissen will. Adidas-Salomon verzeichneten als einziger Dax-Wert ein kräftiges Minus von 2,4 Prozent. «Hier sehen wir Gewinnmitnahmen, nachdem das Papier im Zuge der Reebok-Übernahme bombastisch gelaufen ist», sagte der Händler weiter.

Mobilcom treibt Tec-Dax an

Positive Zahlen aus dem Mobilcom-Konzern haben am Montag für ein Plus beim Tec-Dax gesorgt. Der Index gewann 0,7 Prozent hinzu und schloss bei 590,40 Zählern. An der Spitze lagen der Mobilfunkanbieter Mobilcom und die Tochter Freenet, die um 4,6 und 4,3 Prozent anzogen. Die Unternehmen, die vor einer Fusion stehen, hatten am Morgen überraschend starke Quartalszahlen präsentiert. Auch Morphosys waren nach Zahlen gesucht. QSC und Jenoptik stiegen ebenfalls stärker. Dagegen trennten sich die Anleger von Aktien des Anlagenbauers Aixtron und des Halbleiterherstellers Epcos.

US-Börsen starten fester

Auch die US-Anleger ließen sich vom neuen Rekordhoch beim Öl nicht Der Dow Jones gewann in den ersten Handelsminuten knapp 40 Punkte oder 0,4 Prozent. An der Nasdaq legte der Composite Index zunächst etwa 0,2 Prozent zu. Konjunktur- und Unternehmensnachrichten blieben weit gehend aus. Auch von der sich abzeichnenden Iran-Krise ließen sich die Anleger in New York nicht schrecken.

Lufthansa prüft neue Angebote

Die Deutsche Lufthansa prüft angeblich neue Billigangebote für innereuropäische Flüge. Ein neues Preissystem solle Ende September verfügbar sein und die Einzelheiten würden noch im August vorgestellt, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Dabei handelt es sich demnach um beschränkte Billig-Angebote, mit denen die Auslastung der Sitzplätze verbessert werden solle. Ein Sprecher der Lufthansa sagte der Zeitung, ihm sei kein neues Preiskonzept bekannt.

Mobilcom legt kräftig zu

Der Telekomkonzern Mobilcom hat im abgelaufenen Quartal von Zuwächsen seiner Mobilfunksparte profitiert und sein Ergebnis kräftig gesteigert. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sei von 42,4 auf 51,7 Millionen Euro gestiegen, teilte das im Tec-Dax notierte Unternehmen am Montag in Büdelsdorf mit. Der Umsatz erhöhte sich demnach auf 509,6Millionen Euro nach: 466,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Überschuss betrug den Angaben zufolge 25,3 Millionen Euro. Mobilcom steht vor der Verschmelzung mit seiner Tochter Freenet.

Freenet steigert Ergebnis

Der Telekomanbieter Freenet hat sein Ergebnis im zweiten Quartal kräftig erhöht. Wie das vor der Verschmelzung mit der Muttergesellschaft Mobilcom stehende Unternehmen am Montag in Hamburg mitteilte, stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um 6,4 Prozent auf 31,15 Millionen Euro. Für den Zuwachs waren den Angaben nach vor allem die Zukäufe von Strato und Talkline ID verantwortlich. Der Umsatz erhöhte sich demnach um 63 Prozent auf 178,28 Millionen Euro. Der Überschuss stieg auf 12,49 Millionen Euro nach 12,40 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl seiner Breitbandkunden erhöhte freenet um 60.000 auf 520.000 Nutzer.

QSC bestätigt Prognose

Der Telekommunikationsdienstleister QSC hat Umsatz sowie Ergebnis im zweiten Quartal deutlich gesteigert und seine Jahresprognosen bekräftigt. Wie das Unternehmen am Montag in Köln mitteilte, stieg das Bruttoergebnis vorläufigen Zahlen zufolge von 8,1 auf 12,4 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verbuchte QSC eine Steigerung des Quartalsgewinns von 0,3 auf 0,7 Millionen Euro. Als Grund für das positive Ergebnis nannte das Unternehmen die im Mai erfolgte Übernahme der Celox Telekommunikationsdienste.

Rekordabsatz bei Audi

Die Tochter des VW-Konzerns , Audi, hat ihren Absatz im Juli kräftig gesteigert und ihr Rekordziel für das laufende Jahr bekräftigt. Die Zahl der weltweiten Auslieferungen sei gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,4 Prozent auf den Bestwert von über 72.800 Fahrzeugen gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in Ingolstadt mit. Zwischen Januar und Juli stieg der Absatz um 10,2 Prozent auf rund 494.800 Autos, hieß es weiter.

Merck greift in den USA an

Mit einer eigenen Gesellschaft will der Pharmahersteller Merck in den USA sein Geschäft mit Generika ankurbeln. Bislang seien die Nachahmerpräparate des Unternehmens in Übersee nur mit Hilfe von Partner vermarktet worden, teilte das Unternehmen am Montag in Darmstadt mit. Die neue Gesellschaft werde unter dem Namen Genpharm firmieren. Welche Medikamente genau angeboten werden sollen, teilte der im M-Dax geführte Konzern zunächst nicht mit.

Rheinmetall von Verkauf belastet

Der Gewinn beim Rüstungskonzern Rheinmetall ist nach Unternehmensverkäufe geschrumpft. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) des zurückliegenden Quartals beträgt nach 89 Millionen Euro im Vorjahr nun 72 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit. Der Rückgang sei erwartet worden, betonte der im M-Dax geführte Konzern. Für das laufende Geschäftsjahr gab sich Firmenchef Klaus Eberhard zuversichtlich und bekräftigte die Prognosen. (nz)

 
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