Dax schließt unter 4900 Punkten
01. Aug 2005 10:13, ergänzt 18:13
Die Frankfurter Börse ist am Montag behauptet aus dem Handel gegangen. Im Fokus der Anleger standen Deutsche Börse AG: Nach den hohen Volumina der vergangenen Tage werden gute Geschäftszahlen erwartet.
Der Frankfurter Aktienmarkt hat am Montag einen Teil seiner Kursgewinne vom Nachmittag bis zum Handelsschluss wieder abgegeben. Am Abend stand der Dax
0,1 Prozent über seinem Schlussstand vom Freitag bei 4890,85 Zählern. «Die Stimmung ist weiter gut, aber der Handel ist recht langweilig», sagte ein Händler der Netzeitung. Wegen der Sommerferien sei wenig los, die Umsätze seien entsprechend gering. Zudem gebe es nur wenige Meldungen. Einen Dämpfer erhielt der Handel kurz vor Handelsschluss vom weiter steigenen Ölpreis. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl notierte am Abend über 61 Dollar - rund ein Dollar mehr als zum Vorwochenschluss.Neue Impulse könnten in den kommenden Tagen von den anstehenden Berichtszahlen kommen. In dieser Woche legen insgesamt elf Dax-Konzerne ihre Quartalsberichte vor. Am Dienstag öffnen Continental und Metro ihre Bücher, am Mittwoch folgen Adidas, BMW, Commerzbank, BASF und Altana. Des Weiteren stehen Linde, Fresenius Medical Care und Münchener Rück an.
Daimlerchrysler immer noch im Aufwind
Im Blickpunkt standen die Aktien der Deutschen Börse AG, die am Abend mit einem Plus von 3,1 Prozent die Gewinner anführten. «Nach den hohen Volumina der vergangenen Tage war das zu erwarten», erläuterte der Händler und verwies als Beispiel auf den regen Handel mit den Aktien von Daimlerchrysler. Deshalb komme die Heraufstufung der Investmentbank Morgan Stanley «reichlich spät». Die Analysten hatten das Ziel für die Aktie von 65 auf 75 Euro angehoben. Ein anderer Händler vermutete, dass die Deutsche Börse im zweiten Quartal «prinzipiell sehr gut verdient» haben sollte.Außerdem rückten die Aktien der Autobranche in den Fokus. Daimlerchrysler und BMW stiegen um 0,8 beziehungsweise ein halbes Prozent. «Bisher haben fast alle Dax-Unternehmen starke Zahlen gebracht, und der Automobilsektor läuft aktuell ohnehin sehr gut - dies stachelt die Phantasie für BMW und auch für den Zulieferer Conti an», sagte ein Händler. Continental gewannen zwei Prozent hinzu. Bei Conti deckten sich vor den Zahlen am Dienstag Anleger mit den Aktien ein.
Bei Daimlerchrysler sahen Marktbeobachter anhaltende Deckungskäufe. Viele Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hätten, seien weiter zu Käufen gezwungen, hieß es. Als einziger Auto-Wert gaben Volkswagen um 1,7 Prozent nach. Der Händler verwies auf Gewinnmitnahmen. Zudem hatten Investmentbanken den Titel nach der Zwischenbilanz herabgestuft. Telekom, die angeblich kurz vor der Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters Telering stehen, sanken um 0,1 Prozent. Verkauft wurden zudem Volkswagen, SAP und Infineon.
Tec-Dax legt zu
Die Technologiewerte schlossen am Montag freundlich. Der Tec-Dax
lag 0,6 Prozent im Plus bei 596,56 Zählern. Solarworld führten die Gewinnerliste mit plus 7,8 Prozent an. Der Solaranlagen-Hersteller hatte den Gewinn im zweiten Quartal verdreifacht und die Prognosen für das Gesamtjahr angehoben. Außerdem stiegen Conergy um vier Prozent. Bechtle und Epcos verbesserten sich jeweils um mehr als zwei Prozent. Dagegen stießen die Anleger Kontron ab. Die Aktien sanken um drei Prozent. Schwächer zeigten sich auch Freenet und Rofin-Sinar.
US-Börsen leicht im Plus
Die US-Aktienmärkte sind am Montag mit Kursgewinnen gestartet. Der Standardwerte-Index Dow Jones stieg im frühen Handel um 0,1 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Composite gewann zunächst 0,4 Prozent. Am Freitag hatten beide Indizes mit Verlusten geschlossen.
Ölpreis unter 61 Dollar
Der Tod des saudi-arabischen Königs Fahd hatte am Ölmarkt kaum Auswirkungen. Zunächst stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Rohöl auf mehr als 61 Dollar, im weiteren Verlauf lag der Preis wieder unter der Marke. Nach Angaben des saudischen Staatsfernsehens starb der 84-Jährige am Morgen in einer Klinik in der Hauptstadt Riad. Kronprinz Abdullah wurde sofort zum König ernannt. Saudi-Arabien ist das Land mit den größten Erdölvorkommen der Welt.
Telering könnte an Telekom gehen
Die Deutsche Telekom
steht offenbar kurz vor der Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters Telering. Die Telekom-Tochter T-Mobile habe ein Angebot über 1,3 Milliarden Euro vorgelegt, berichtet die Wiener Tageszeitung «Presse» unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Sprecher von T-Mobile lehnte einen Kommentar ab. Laut Zeitungsbericht soll T-Mobile in letzter Minute ein Angebot über 1,3 Milliarden Euro vorgelegt und damit den in der Schlussrunde alleinigen Bieter, die US-Fondsgesellschaft Permira, um 70 Millionen Euro überboten haben.
Allianz will Deutsche Bank nicht
Der Chef der Allianz
, Michael Diekmann, hat sich klar gegen ein Zusammengehen mit der Deutschen Bank
ausgesprochen. «Aus Allianz-Sicht sehe ich keinen großen Vorteil in dem Fusionsplanspiel mit der doch sehr vom Investmentbank-Geschäft getriebenen Deutschen Bank», sagte er dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Die von der Allianz gekaufte Dresdner Bank werde als ein «in Deutschland verwurzeltes Institut» keine Rolle bei europäischen Bankfusionen spielen.
T-Online will Internet-Telefonie anbieten
T-Online
stellt seinen DSL-Kunden ab Dienstag einen eigenen Internet-Telefonie-Dienst zur Verfügung. Unternehmenschef Rainer Beaujean kündigte im «Handelsblatt» an, das Angebot «aggressiv» vermarkten zu wollen. Zwar hatte T-Online schon bislang eine eigene Telefonie-Software, nun aber soll es für T-DSL-Kunden auch möglich sein, ins Festnetz zu telefonieren.
Zetsche könnte bei Mitsubishi aussteigen
Möglicherweise könnte der Daimlerchrysler-Konzern
unter neuer Führung seine Beteiligung am japanischen Autohersteller Mitsubishi Motor Corporation (MMC) vollständig abstoßen. Das zumindest glauben einige Analysten und Branchenvertreter, wie die britische «Financial Times» (FT) am Montag berichtete. Sie argumentierten, der designierte Konzernchef Dieter Zetsche habe bereits die Revolte von Management und Aufsichtsrat gegen die vom scheidenden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp gewünschte Beteiligung an der Kapitalerhöhung bei MMC angeführt. (nz)