US-Märkte am 9/11-Jahrestag im Plus
11. Sep 2006 15:56, ergänzt 22:38
Der Aktienhandel in New York begann am fünften Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center mit einer Schweigeminute. Nach schwachem Auftakt verzeichneten die Märkte leichte Gewinne.
Die Aktienmärkte in den USA haben sich nach schwachem Start am Montag fester präsentiert. An der New Yorker Börse schloss der Leitindex Dow Jones
mit einem leichten Plus von vier Punkten bei 11.396,84 Punkten. Der Composite-Index
an der Computerbörse Nasdaq stieg um 0,3 Prozent auf 2173,25 Zähler. Der Handel auf dem Parkett an der Wall Street begann zum Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 mit einer Schweigeminute. An der Nasdaq stand der Handel eine Stunde später, also um 10.29 Uhr Ortszeit für eine Minute still.
Der Ölpreis setzte den Abwärtstrend der vergangenen Woche fort: An der New Yorker Warenterminbörse Nymex kosteten die Kontrakte auf US-Öl zur Lieferung im Oktober 65,61 Dollar pro Barrel (159 Liter) und damit 64 Cent weniger als am Freitag.
Dell unter Druck
Im Dow Jones waren Einzelhändler gefragt. Home Depot stiegen um 2,3 Prozent. Wal-Mart rückten um 1,6 Prozent vorHewlett Packard machten frühe Verluste wett und stiegen um 0,7 Prozent. Der Verwaltungsrat des Computer- und Druckerherstellers berät den zweiten Tag in Folge über die Ermittlungsaffäre um Verwaltungsratschefin Patricia Dunn.
An der Nasdaq standen Aktien des PC-Herstellers Dell mit 2,1 Prozent im Minus. Das Unternehmen verschiebt wegen der Ermittlungen der SEC seine Quartalbilanz und hat sein Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Aktien des Chipherstellers Freescale machten dagegen einen Kurssprung um rund 20 Prozent. Die ehemalige Motorola-Chipsparte steht offenbar in Verhandlungen um eine Übernahme durch Finanzinvestoren.
Ferner stiegen die Aktien des Stahlröhrenherstellers NS-Steel um rund 40 Prozent. Das Unternehmen wird vom Stahlhersteller Ipsco übernommen.
Ipsco kauft Stahlröhrenfirma NS Group
Der Stahlhersteller Ipsco übernimmt die auf Stahlrohre für die Energie- und Ölbranche spezialisierte US-Gesellschaft NS Group. Der Konzern zahlt 66 Dollar je Aktie oder insgesamt 1,46 Milliarden Dollar in bar, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. Die NS Group hat einen Jahresumsatz von 677 Millionen Dollar. Ipsco wird es nach der Übernahme auf einen Umsatz von rund vier Milliarden Dollar bringen. Die Gesellschaft verfügt bereits über drei Stahlwerke und mehrere Röhrenanlagen in Kanada und den USA. Sie hat eine Jahreskapazität von 3,5 Millionen Tonnen.
Konsortium könnte Freescale kaufen
Der drittgrößte amerikanische Chiphersteller Freescale, die ehemalige Halbleitersparte von Motorola, könnte für mehr als 16 Milliarden Dollar von einem Investment-Konsortium gekauft werden. Dies berichtete die «New York Times» am Montag. Freescale bestätigte «Verhandlungen über eine mögliche geschäftliche Transaktion». Ein Konsortium von Investmentfirmen nähere sich einem Geschäftsabschluss, berichtete die Zeitung. Freescale war 2004 von Motorola abgetrennt wurden. Freescale bietet Spezialchips für Handys, Autos und andere Produkte an.
Dell verschiebt Quartalsbilanz
Der Computerhersteller Dell hat die Bekanntgabe seiner Zahlen zum zweiten Quartal wegen einer Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Geschäftsausweis für das zum 4. August endende zweite Quartal werde so schnell wie möglich nachgeliefert, teilte Dell am Montag mit. Derzeit würden intern und von der SEC mögliche bilanzielle Unregelmäßigkeiten geprüft, hieß es zur Begründung. In diesem Zusammenhang werde das derzeit laufende Aktienrückkaufprogramm vorübergehend eingestellt. Derzeit ist laut Dell noch unklar, wie schwerwiegend die möglichen Fehlentwicklungen sind.
40.000 Jobs bei Ford bedroht
Der Verwaltungsrat des angeschlagenen US-Autoherstellers Ford wird in dieser Woche über die Streichung von fast 40.000 Stellen bis zum Jahresende beraten. Das seien 30 Prozent der nordamerikanischen Ford-Belegschaft, berichtete die «Detroit Free Press» in ihrer Onlineausgabe. Das wären rund 6000 mehr als die bereits angekündigten 34.000 Stellenkürzungen. Auf der Tagesordnung der Verwaltungsratssitzung am Mittwoch und Donnerstag stünden unter anderem auch beschleunigte und zusätzliche Werksschließungen, eine Änderung des Produktplans, die Konsolidierung der US-Ford-Händler und Abstandsofferten für Ford-Arbeiter im ganzen Land.
Opec besorgt über fallenden Ölpreis
Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) hält die aktuelle Öl-Förderquote weiter aufrecht. Das entschied das Kartell bei seinem Treffen am Montag in Wien, wie der algerische Ölminister Chakib Khelil sagte. Kurz vor dem Treffen betonte der nigerianische Ölminister und amtierende OPEC-Präsident Edmund Daukoru erneut, die Organisation verfolge die seit Wochen sinkenden Preise auf den Weltmärkten «mit großer Sorge». Einschließlich des Iraks fördert die OPEC zurzeit rund 29,7 Millionen Barrel täglich. Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi hatte sich bereits am Wochenende für die Beibehaltung der aktuellen Förderquoten ausgesprochen. (nz)