netzeitung.deIntel belastet US-Börsen schwer

 Herausgeber: netzeitung.de

Für Intel-Aktionäre war der Mittwoch kein guter Tag. Massive Kursverluste bei Papieren des Chipherstellers prägten den Handel in New York.

Die amerikanischen Standardwerte sind am Mittwoch mit Kursverlusten aus dem Handel gegangen: Der Dow
verlor 0,4 Prozent auf 10.854,86 Zähler. An der Nasdaq fiel der Composite
ein Prozent auf 2279,64 Punkte.

Die Quartalsberichte von IBM, Intel und Yahoo hätten enttäuscht, hieß es zur Begründung. Außerdem schloss die Börse in Tokio kräftig im Minus. Auch der weiter steigende Ölpreis lastete auf den Kursen: Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete in New York 67,25 Dollar und damit 31 Cent mehr als zu Handelsschluss am Dienstag.

Der Beige Book genannte Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed wirkte sich kaum auf den Handel aus. Nach Ansicht der Notenbank wächst die US-Wirtschaft moderat. Der Inflationsdruck habe aber abgenommen.

Intel unter Druck
Vor allem Technologietitel verloren an Wert: Intel und Yahoo gaben jeweils rund zwölf Prozent ab.

Auch Finanztitel präsentierten sich schwächer. JP Morgan Chase verbilligten sich um 1,1 Prozent. Die US-Bank hatte im vierten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnanstieg verbucht und die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen. Das Handelsergebnis sei jedoch enttäuschend ausgefallen, begründeten Marktteilnehmer die Kursverluste.

Google verloren angesichts eines negativen Analystenkommentars rund fünf Prozent.

Ebay gaben 2,1 Prozent ab, während sich Apple um 2,6 Prozent verbilligten. Beide Unternehmen werden nachbörslich Quartalszahlen veröffentlichen.

IBM hält sich mit Prognose zurück
Der Gewinn des IT-Konzerns IBM ist im vergangenen Geschäftsjahr kräftig gestiegen. Wie das Unternehmen am Dienstag nachbörslich in Armonk im US-Bundesstaat New Jersey mitteilte, lag der Gewinn bei 7,9 Milliarden Dollar oder 4,87 Dollar je Aktie. Das ist ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem das Geschäft mit Großrechnern, Chips und Dienstleistungen sowie Sparmaßnahmen hätten zu dem Plus beigetragen, hieß es. Einen Ausblick für das laufende erste Quartal blieb das Unternehmen schuldig. In einer Telefonkonferenz im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen räumte IBM-Finanzchef Mark Loughridge allerdings ein, das Unternehmen verliere im Dienstleistungsgeschäft sowohl kurz- als auch mittelfristig Aufträge.
Intel erreicht eigene Ziele nicht
Intel hat seine eigene Umsatzprognose für das vierte Quartal des vergangenen Geschäftsjahres verfehlt. Grund war weniger Nachfrage nach Chips für Desktop-Rechner, wie das Unternehmen im kalifornischen Santa Clara am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Intel setzte im Quartal 10,2 Milliarden Dollar um – hatte aber Erlöse zwischen 10,4 und 10,6 Milliarden Dollar vorausgesagt. Der Gewinn stieg um 16 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar und lag damit unter den Erwartungen von Analysten.
Yahoo enttäuscht Markt
Das Internet-Portal Yahoo hat im vierten Quartal 683 Millionen Dollar oder 46 Cent je Aktie. Das ist ein Plus von 83 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Dienstag nachbörslich in Sunnyvale im US-Bundesstaat Kalifornien mitteilte. Ohne Sondereffekte habe der Gewinn bei 247 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Anteilsschein gelegen, hieß es weiter. Analysten hatten indes auf dieser Basis mit 17 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 39 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar und lag damit im Rahmen der Erwartungen. (nz)