29.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die US-Aktienindizes haben sich mit Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Vor allem der steigende Ölpreis beunruhigte die Anleger.
Die New Yorker Börse hat den Handel am Freitag mit deutlichen Kursverlusten beendet. Zum Handelsschluss zeigte sich der Standardwerte-Index Dow Jones
0,6 Prozent schwächer bei 10.640,91 Zählern. Auch der technologielastige Nasdaq Composite Index
tendierte 0,6 Prozent unter Vortagesschluss bei 2184,83 Punkten.
Grund für den schwachen Wochenschluss waren vor allem der Antiterror-Einsatz der Londoner Polizei im Westen der britischen Hauptstadt und der steigende Ölpreis. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl zur Septemberlieferung kostete am Abend an der Warenterminbörse Nymex 60,70 Dollar. Das ist ein Plus von 13 Cent gegenüber Vortagesschluss.
Beunruhigt waren die Anleger außerdem, weil der Ölpreis kurzzeitig sogar über die Marke von 61 Dollar gestiegen war. Belastend wirkte an den Aktienmärkte zudem die Meldung, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal nicht mehr so stark gewachsen ist wie noch im ersten Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs noch um 3,4 Prozent nach 3,8 Prozent in den ersten drei Monaten 2005. Die heimischen Konsumausgaben verzeichneten mit einem Wachstum von 1,7 Prozent den geringsten Zuwachs in neun Quartalen.
Händler taten die Abschläge vom Freitag dennoch als unbedeutend ab: Der Markt sei zwei Wochen sehr gut gelaufen, hieß es auf dem Parkett. Jetzt mache er einfach einen kleinen Schritt zurück.
Dupont festerIm Blick der Anleger standen unter anderem Chevrontexaco. Der Ölkonzern hatte im zweiten Quartal bei steigenden Umsätzen mehr verdient als von Analysten erwartet. Dennoch gaben Chevrontexaco um 1,58 Prozent nach. Die Aktien des Öl-Konkurrenten Unocal büßten 0,54 Prozent ein, auch wenn der Nettogewinn im zweiten Quartal höher ausgefallen war als erwartet.
Im Dow rückten McDonald's um 2,9 Prozent vor. Dupont gewannen 1,8 Prozent hinzu: Analysten von Lehman Brothers hatten den Titel heraufgestuft. Honeywell und Hewlett-Packard gehörten ebenfalls zu den Kursgewinnern. Dagegen gaben Exxon Mobil um 2,1 Prozent nach. An der Nasdaq sanken vor allem Nortel, Apple und Ciena. Auch Oracle, und Siebel gaben deutlich nach. Delta Airlines erholten sich von den Verlusten der Vortage und gewannen 3,9 Prozent hinzu.
US-Wachstum schwächt sich abDas Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA ist im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von 3,4 Prozent gewachsen. Das teilte das US-Handelministerium am Freitag in der Hauptstadt Washington mit. Volkswirte hatten den Rückgang zum ersten Quartal erwartet: In den ersten drei Monaten des Jahres hatte die hochgerechnete rate noch 3,8 Prozent betragen.
Chevrontexaco mit weniger GewinnDer Ölkonzern Chevrontexaco hat im abgelaufenen Quartal zwar weniger verdient als im Vorjahr. Dies liegt allerdings an einer hohen Steuerrückzahlung, die der Konzern im vergangenen Jahr verbuchte, wie das Unternehmen am Freitag erläuterte. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der Gewinn auf Jahressicht gestiegen. Der Nettogewinn lag bei 3,7 Milliarden Dollar oder 1,76 Dollar je Aktie. Analysten hatten aber mit einem Rückgang auf 1,69 Dollar pro Anteilsschein gerechnet.
Unocal übertrifft ErwartungenDer Ölkonzern Unocal hat im abgelaufenen Quartal netto 475 Millionen Dollar verdient, nach 341 Millionen Dollar im Vorjahr. Dies teilte Unocal am Freitag vor Börseneröffnung mit. Damit übertraf Unocal die Analystenprognose. Der Umsatz stieg von 1,86 auf 2,21 Milliarden Dollar. Zudem berichteten US-Medien am Freitag, der chinesischen CNOOC-Konzern könne sein Gebot für Unocal möglicherweise zurückziehen. CNOOC hatte neben Chevrontexaco Interesse am kalifornischen Ölkonzern gezeigt. (nz)